US-Präsident stellte sich in London Fragen Hunderter junger Leute.
23.04.16, 14:40
US-Präsident
Barack Obama hat während seines London-Besuchs ein straffes Programm. Viel Zeit nahm er sich dennoch, als er sich in einem „Town Hall Meeting“ Fragen geladener Bürger stellte. Rund 700 junge Leute aus allen Teilen Großbritanniens begrüßten den Präsidenten am Samstag mit großem Jubel.
epa05273302 British actor Benedict Cumberbatch (R) and Sophie Hunter (L) attend a town hall meeting hosted by US President Barack Obama, at the Lindley Hall in London, Britain, 23 April 2016. US President Obama is on a three-day visit to the UK. EPA/WILL OLIVER
Das „Town Hall“-Treffen fand in einer ehemaligen Ausstellungshalle für exotische Pflanzen der Königlichen Gartengesellschaft „Royal Horticultural Society“ statt. Hier wurden ernste Themen angesprochen:
Nordirland, der Klimawandel, Armut und Ungleichheit, die Zukunft
Großbritanniens in der
Europäischen Union, frühkindliche Erziehung - zu allem musste
Obama Stellung nehmen. Er mahnte einen längeren und optimistischer Blick der jungen Menschen auf die Geschichte ein, zitierte
John F. Kennedy: „Unsere Probleme sind von Menschen gemacht, sie sind auch von Menschen zu lösen.“ Er beschwor das Auditorium, sich nicht von einfachen Lösungen blenden, nicht von Kräften mitreißen zu lassen, die dann nicht mehr zu kontrollieren seien. „Ihr seid die Generation, die Einwanderung und Pluralismus nicht als Belastung begreift, sondern als Chance“, sagt
Obama. „Seid Ihr die Vertreter des
Wandels!“
Dicke Haut
„Nach acht Jahren, was soll Ihr Vermächtnis sein?“ Obama lacht, „zunächst mal bin ich ja noch ein paar Monate im Amt!“ Dann zählt er auf: Seine Gesundheitsreform (Obama Care), die wirtschaftliche Erholung nach der großen Finanzkrise, der Atomvertrag mit dem Iran, „darauf bin ich sehr stolz“. Auf welche Führungseigenschaft hat er besonders Wert gelegt? „Eine dicke Haut hilft sehr“, sagt Obama.
In der Früh hatte Obama das berühmte Globe Theater am Ufer der Themse besucht, immerhin war der Samstag der groß gefeierte 400. Todestag von
William Shakespeare. „Gut, den Tag so zu beginnen“, sagt der Präsident.
A handout picture released by Kensington Palace on April 22, 2016 shows Britain's Prince George of Cambridge (2L) playing on a rocking horse while his mother Catherine, Duchess of Cambridge (L), US President Barack Obama (2R) and Prince William, Duke of Cambridge (R) watch at Kensington Palace in London on April 22, 2016. / AFP PHOTO / KENSINGTON PALACE / WHITE HOUSE PHOTOGRAPHER / PETE SOUZA / RESTRICTED TO EDITORIAL USE, NO COMMERCIAL USE, NO ADVERTISING, NO MERCHANDISING, MANDATORY CREDIT "AFP / KENSINGTON PALACE / WHITEHOUSE PHOTOGRAPHER / PETE SOUZA" RESTRICTED TO SUBSCRIPTION USE - NO SALES - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Am Vorabend waren die
Obamas von
Prinz William und Frau Kate in den
Kensington Palast gebeten worden.Ein privates Dinner, krawattenlos, eingangs auch mit einem sehr herzigen
Prinz George. Brav wurde der Zweijährige vor seinen begeisterten Eltern auf einem Schaukelpferd abgelichtet, das die
Obamas dem Knaben zur Geburt geschenkt hatten.
Am Sonntag wird der US-Präsident in Hannover erwartet. Am Samstag haben dort schon mehr als 25.000 Menschen gegen das umstrittene transatlantische FreihandelsabkommenTTIP demonstriert.
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