Politik | Ausland
15.05.2018

Nordkorea will sich für vollständiges Verbot von Atomtests einsetzen

Botschafter äußert sich vor UN-Abrüstungskonferenz. Nordkorea weigert sich bisher, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten.

Nordkorea will sich nach eigenen Angaben für ein umfassendes Verbot von Atomwaffentests einsetzen. Die Demokratische Volksrepublik Nordkorea werde sich "den internationalen Bemühungen um ein vollständiges Verbot von Atomversuchen anschließen", sagte der nordkoreanische Botschafter bei der UN-Abrüstungskonferenz, Han Tae-song, am Dienstag in Genf.

Bisher hat Nordkorea den 1996 verabschiedeten Atomteststoppvertrag nicht unterzeichnet. Der von der UN-Abrüstungskonferenz ausgehandelte Vertrag wurde bisher von 183 Staaten unterzeichnet und von 166 auch ratifiziert, darunter die Atommächte Russland, Frankreich und Großbritannien. Damit er in Kraft treten kann, müssen ihn aber 44 namentlich aufgeführte Länder ratifizieren, die über Nukleartechnologie verfügen. Zu den acht noch fehlenden Staaten gehören neben Nordkorea auch die USA, China und der Iran.

Die internationale Gemeinschaft hatte immer wieder ein Ende des atomaren Aufrüstung Nordkoreas gefordert. Im April verkündete Machthaber Kim Jong-un einen vorläufigen Verzicht auf Atom- und Raketentests. Am Samstag kündigte Pjöngjang an, sein Testgelände Punggye Ri im Nordosten des Landes zwischen dem 23. und 25. Mai "komplett" zerstören zu wollen. Damit setzt das Land ein weiteres Signal vor dem für den 12. Juni geplanten Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim und US-Präsident Donald Trump.