Politik | Ausland
09.09.2018

Nordkorea feierte 70-jähriges Bestehen - ohne Interkontinentalraketen

Kim Jong-un und chinesischer Parlamentspräsident bei Militärparade in Pjönjang anwesend.

Mit einer Militärparade hat Nordkorea sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Machthaber Kim Jong-un nahm im Beisein des chinesischen Parlamentspräsidenten Li Zhanshu die Parade mit zahlreichen Soldaten, Artillerie und Panzern am Sonntag in Pjöngjang ab. Bei dem Aufmarsch wurden dieses Jahr allerdings keine ballistischen Interkontinentalraketen gezeigt. Damit wurde eine Provokation der USA vermieden.

Die Demokratische Volksrepublik Nordkorea, wie das Land offiziell heißt, war 1948 gegründet worden. Drei Jahre zuvor hatten die Sowjetunion und die USA am Ende des Zweiten Weltkriegs die koreanische Halbinsel aufgeteilt, der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 zementierte diese Teilung zwischen Nord- und Südkorea.

Bilder von der Militärparade

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Derartige Jahrestage werden in Nordkorea üblicherweise groß begangen, wie Evans Revere von der Washingtoner Denkfabrik Brookings Institution erläuterte. Solche Feierlichkeiten seien "auch Anlässe für den Führer, Erfolge und die nationale Macht zu zeigen und dafür Anerkennung zu bekommen".

Historisches Gipfeltreffen

Kim war im Juni in Singapur zu einem historischen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump zusammen getroffen. Dabei stimmte er einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden allerdings nicht vereinbart.

Der Streit um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenarsenal gilt als einer der gefährlichsten Konflikte der Welt. Seit Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, die Führung in Pjöngjang zum Verzicht auf die atomare Aufrüstung zu bewegen.