Treueschwur an IS soll Boko Haram stärken

Aufruf an alle Muslime, sich dem "Kalifen" Abu Bakr al-Baghdadi anzuschließen.

Wir versprechen unsere Gefolgschaft und werden in schwierigen wie in guten Zeiten Gehorsam üben", schwor der Chef der nigerianischen Terrormiliz Boko Haram, Abubakar Shekau, dem "Islamischen Staat" (IS) die Treue. Die rund acht Minuten lange arabische Audiobotschaft wurde am Sonntag im Internet mit englischer und französischer Übersetzung verbreitet. Shekau rief darin alle Muslime in der Welt auf, sich dem "Kalifen" , dem Anführer der IS, Abu Bakr al-Baghdadi, anzuschließen. Unter dessen Führung hat sich die IS-Miliz zur wohl mächtigsten, reichsten und brutalsten Dschihadistengruppe der Welt entwickelt.

Und von diesem "Ruhm" wolle Boko Haram jetzt auch profitieren und damit an Zulauf gewinnen, mutmaßen Experten als Motiv für den Treueschwur. Denn die Terrormiliz ist in den letzten Monaten zunehmend unter militärischen Druck geraten. Die nigerianische Armee und ihre Verbündeten aus angrenzenden Staaten haben die Islamisten offenbar aus manchen Regionen zurückdrängen können.

Boko Haram ("Westliche Bildung ist Sünde") kämpft seit Jahren um einen Gottesstaat im Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mindestens 13.000 Menschen. Mit der Verschleppung von 300 Mädchen aus einer Schule im April des Vorjahres erlangten die Terroristen weltweite Bekanntheit. Shekau erklärte damals in einem Bekennervideo mit einem höhnischen Grinsen, den Mädchen drohe Verkauf und Versklavung. Von den meisten Mädchen fehlt noch immer jede Spur – allen Bemühungen Nigerias zum Trotz. Sie sollen in Nachbarländern zwangsverheiratet worden sein.

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