Politik | Ausland
28.09.2018

Niederländischer Regierungschef: Terrordrama verhindert

Ermittler: Bei Terrorverdächtigen 100 Kilo sprengstofftauglicher Dünger gefunden.

Einen Tag nach der Anti-Terror-Razzia in den Niederlanden haben die Ermittler weitere Einzelheiten bekanntgegeben: Die Einsatzkräfte fanden in den Häusern der Verdächtigen große Mengen an Materialien zur Herstellung von Bomben, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Darunter seien 100 Kilogramm Dünger mit dem zur Herstellung von Sprengstoff geeigneten Ammoniumnitrat gewesen.

Die sieben festgenommenen Terrorverdächtigen erschienen am Freitag vor Gericht in Rotterdam, der zuständige Ermittlungsrichter will ihren Fall am kommenden Mittwoch weiter verhandeln.

Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, die Vorbereitungen für den von den Verdächtigen geplanten Anschlag auf eine Großveranstaltung seien "sehr weit fortgeschritten" gewesen. Nach Angaben der Ermittler wollten die Verdächtigen dabei Sprengstoffgürtel und Sturmgewehre einsetzen. Die sieben Männer planten laut Staatsanwaltschaft außerdem, an einem anderen Ort eine Autobombe zu zünden. Einer von ihnen habe als Ziel ausgegeben, viele Menschen zu töten.

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte sagte während seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Freitag, in den Niederlanden sei "ein Drama verhindert worden". Die Behörden seien weiter auf der Hut, denn die Gefahr eines Terroranschlags in den Niederlanden bleibe "reell".

Die Verdächtigen waren am Donnerstagnachmittag in den Städten Arnheim und Weert festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft hatte die Polizei die aus Arnheim, Rotterdam und umliegenden Dörfern stammenden Männer im Alter zwischen 21 und 34 Jahren über Monate hinweg beobachtet.

Als Kopf der Gruppe gilt ein 34-Jähriger mit irakischen Wurzeln. Er war den Angaben zufolge im vergangenen Jahr verurteilt worden, weil er versucht hatte, in Gebiete zu reisen, die von der Jihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert werden. Auch zwei weitere Verdächtige wurden verurteilt, weil sie in IS-Gebiete im Irak oder in Syrien reisen wollten.