Politik | Ausland
21.06.2018

NGO rettete 250 Migranten vor Libyen: Salvini empört

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli kündigte eine Untersuchung zur NGO "Lifeline" an.

Ein Schiff der deutschen NGO "Lifeline" hat am Donnerstag eigenen Angaben zufolge circa 250 Migranten vor der libyschen Küste gerettet. Die NGO berichtete auf Twitter, die italienische Küstenwache und Frachtschiffe in der Gegend um Unterstützung gebeten zu haben.

Schiffe der libyschen Küstenwache seien in Richtung des NGO-Schiffes unterwegs. "Wir erwarten uns ein professionelles Verhalten und dass Libyen das internationale Recht respektiert", twitterte die Organisation.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini reagierte empört auf den Einsatz von "Lifeline". "Diese Schiffe sind keine Helfer, sondern unterstützen den Menschenhandel. Lifeline verhindert den Einsatz der libyschen Küstenwache und nutzt verzweifelte Migranten als Waren. Diese Pseudo-NGOs werden nie mehr Zugang zu den italienischen Häfen haben", so Salvini auf Facebook. "Lifeline", das mit einem niederländischen Schiff im Mittelmeer unterwegs sei, solle die Migranten in die Niederlande bringen.

Harter Kurs

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli, der für die Häfen des Landes zuständig ist, kündigte eine Untersuchung zur NGO "Lifeline" an. "Das NGO-Schiff hat 250 Migranten an Bord genommen, ohne über die Mittel zu verfügen, um die Sicherheit der Flüchtlinge und der Crew zu garantieren", so Toninelli.

Die neue italienische Regierung aus der rechten Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung fährt einen harten Kurs in der Migrationspolitik, obwohl die Ankunftszahlen dieses Jahr im Vergleich zu 2017 um rund 80 Prozent gesunken sind. Innenminister Matteo Salvini will auch künftig Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen des Landes verwehren. Salvini war am Mittwoch mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache ( FPÖ) und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zusammengetroffen.