Der Attentäter, ein den Behörden bekannter Hamas-Aktivist, wurde von einem Polizisten erschossen.

© REUTERS/RONEN ZVULUN

Israel
11/05/2014

Neuer Terror in Israel: Ruf nach Härte

Wieder fuhr ein Palästinenser absichtlich in Menschenmenge. Hamas bekannte sich zu Attentat in Jerusalem.

Zunächst raste er mit seinem Van in die erste Menschenmenge, dann in eine zweite bei einer Straßenbahnhaltestelle. Als das Auto zum Stillstand kam, stieg der Attentäter aus und schlug mit einer Eisenstange auf die Wartenden ein. Ein Polizist erschoss den Angreifer. Bei dem Terroranschlag vom Mittwoch an der alten Grenze zwischen West- und Ostjerusalem wurde ein Polizist getötet, 14 weitere Menschen wurden verletzt, drei davon schwer.

Laut Medienberichten handelte es sich bei dem Attentäter um Ibrahim al-Acri. Der Mann sei den Sicherheitsbehörden als Hamas-Aktivist bekannt gewesen, sein Bruder habe sich unter jenen palästinensischen Gefangenen befunden, die im Austausch mit dem israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren. Al-Acri hatte als Bewohner Ostjerusalems eine israelische Identitätskarte. Mit dieser können sich Palästinenser in der Stadt frei bewegen.

Die Verantwortung für die Tat übernahm die radikal-islamische Hamas, die im Gazastreifen dominiert und mit der gemäßigteren Fatah eine Einheitsregierung gebildet hat. „Wir gratulieren zu dieser Operation unserer gepriesenen Helden“, hieß es in der Erklärung, in der zudem alle Palästinenser aufgefordert wurden, ähnliche Attacken zu lancieren. Schon am Abend folgte im Westjordanland ein weitere Attacke mit einem Auto. Ein Kleinbus raste in eine Gruppe Soldaten und verletzte drei von ihnen.

Ausschreitungen auf Tempelberg

Es sind nun drei Attentate innerhalb kurzer Zeit, bei denen palästinensische Angreifer mit einem Automobil in eine Menschengruppe rasen. Im Oktober starb dabei ein Säugling. Und in der Vorwoche wurde einem rechten israelischen Aktivisten in den Kopf geschossen. Seitdem kommt es in Jerusalem täglich zu Ausschreitungen. Auch Mittwoch lieferten sich Palästinenser und israelische Polizisten auf dem Tempelberg wilde Auseinandersetzungen, als jüdische Aktivisten versucht hatten, auf die den Muslimen heilige Stätte zu gelangen. Es gab Dutzende Verletzte.

Nach den jüngsten Attacken wird der Ruf nach Härte lauter. Bautenminister Uri Ariel forderte Premier Netanyahu auf, Gewalttäter gnadenlos zu bestrafen: „Wer den Terrorismus nicht bekämpft, lädt zur nächsten Attacke ein.“ Wirtschaftsminister Naftali Bennett geht noch einen Schritt weiter: „(Palästinenserpräsident) Abbas ist der Fahrer des Todesautos in Jerusalem.“ Israel müsse die palästinensische Einheitsregierung als terroristische Behörde ansehen und so behandeln. Zudem forderte er in der New York Times eine Abkehr von der Zwei-Staaten-Lösung: „Zum Schutz seiner Sicherheit kann Israel nicht das Entstehen eines Palästinenserstaates erlauben.“

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