Neuer Taliban-Chef droht mit Welle von Anschlägen

Maulana Fazlullah gilt als brutaler Hardliner.

Die Hoffnungen auf einen Erfolg von Friedensgesprächen zwischen der Regierung in Islamabad und den pakistanischen Taliban (TTP) waren ohnehin sehr gering. Aber jetzt stehen die Zeichen auf Krieg. Denn als Nachfolger des Taliban-Führers Hakimullah Mehsud, der Freitag vergangener Woche kurz vor den geplanten Gesprächen bei einem US-Drohnenangriff getötet worden war, wurde Maulana Fazlullah bestimmt. Und der ist ein Radikaler der allerheftigsten Sorte.

Der 39-Jährige ist ein unerbittlicher Kleriker, Kämpfer und Ideologe, der schon auf zahlreichen Videos zu sehen war, auf denen er Messer und Gewehre schwang, während im Hintergrund pakistanische Soldaten getötet wurden. Er hat die Verantwortung für das Kopfschuss-Attentat auf die 15-jährige Malala Yousafzai im Oktober 2012 übernommen, die dafür „bestraft“ wurde, dass sie sich für Mädchenbildung eingesetzt hatte. Die Jugendliche ist seither zum Symbol des Widerstandes gegen die Islamisten und des Kampfes für die Rechte der Frauen geworden. Morde wie jenen am hochrangigen Offizier Sanaullah Niazi im September nahm er ebenfalls auf seine Kappe.

Friedensgespräche mit der Regierung lehnt er kategorisch ab. Im Gegenteil: Die neue Führung kündigte am Freitag eine Welle von verheerenden Rache-Angriffen für die Tötung ihres bisherigen Chefs an. Ziel seien Pakistans Sicherheitskräfte, Einrichtungen der Regierung und hochrangige Politiker, die in den Drohnenangriff auf Hakimullah Mehsud eingeweiht gewesen seien.

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