Lachs für Russland

© REUTERS/ROBERT GALBRAITH

Fisch-Streit
09/13/2014

Nach Streit mit EU: Färöer liefern Lachs nach Russland

Rache wird am besten kalt serviert: Wegen eines Importstopps wenden sich die Inseln gen Moskau.

Die Färöer wollen Russland angesichts des Handelstopps aus der EU und Norwegen mehr Lachs verkaufen. Der Regierungschef der autonomen, zu Dänemark gehörenden Inselgruppe im Nordatlantik, Kaj Leo Holm Johannesen, verhandelte diesbezüglich vergangene Woche mit dem russischen Vizeminister für Fischerei, Ilja Schestakow, in Moskau. Dänemarks Außenminister Martin Lidegaard reagierte verstimmt.

Lidegaard warnte in einer Reaktion gegenüber der dänischen Tageszeitung "Berlingske" die Färöer davor, die Situation zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil auszunützen. "Wir haben alle die Verantwortung, sicherzustellen, dass niemand aus den Marktanteilsverlusten durch die Sanktionen Kapital schlägt. Ich vertraue darauf, dass die Färöer die richtige Balance finden", schrieb der Minister in einem E-Mail an die Zeitung.

Fischfangquoten

Holm Johannesen erinnerte Mutterland Dänemark allerdings daran, dass die Färöer unlängst selbst Opfer der Sanktionspolitik der EU wurden. Brüssel hatte wegen eines Streits über Fischfangquoten gegen die nicht zur EU gehörenden Inseln einen Importstopp von Hering und Makrelen beschlossen, der erst heuer im Sommer gelöst werden konnte.

"Ich habe damals im Zusammenhang mit dem Boykott gesagt, dass Politik und Diplomatie bessere Instrumente zur Lösung von Konflikten seien, als ein Boykott. Es wäre wohl seltsam, jetzt zu sagen, ein Boykott sei der richtige Weg", konterte Johannesen.

Laut "Berlingske" dürfte es seit längerem Kontakte über mögliche Lachslieferungen zwischen den Färöern und Moskau gegeben haben. Bereits im August hätten russische Zeitungen ihre Leser unter Berufung auf Vizeminister Schestakow beruhigt, dass im Fall von Importverboten die Versorgung mit Lachs, zwar in geringeren Mengen als aus Norwegen, aber dennoch in Form von färöischen Produkten weitgehend gesichert sei.

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