Politik | Ausland
02.10.2018

Nach Anschlagsplan: Paris friert iranische Vermögensgegenstände ein

Geheimdienstministerium in Teheran wird als Auftraggeber vermutet.

Gut drei Monate nach einem geplanten Terroranschlag auf eine Versammlung von Exil-Iranern in Frankreich hat die Pariser Regierung gewisse iranische Vermögensgegenstände gesperrt. Paris geht davon aus, dass das iranische Geheimdienstministerium den Anschlagsplan in Auftrag gegeben hat, wie am Dienstag aus Diplomatenkreisen bestätigt wurde.

Das Einfrieren von Vermögenswerten betrifft die Direktion für innere Sicherheit des Teheraner Ministeriums für Geheimdienst und Sicherheit. Der entsprechend Erlass wurde im französischen Amtsblatt veröffentlicht. Auch die Vermögensgegenstände von zwei gebürtigen Iranern wurden für sechs Monate eingefroren.

Ziel der Attentatspläne war Ende Juni eine Veranstaltung der im Iran verbotenen Organisation Volksmujaheddin in Villepinte bei Paris gewesen. Dort versammeln sich Jahr für Jahr Exil-Iraner zu einer Großkundgebung gegen die Machthaber in Teheran. Im Zusammenhang damit war in Bayern auch ein iranischer Diplomat festgenommen worden, der nun nach Belgien ausgeliefert werden soll. Der Mann gilt als mutmaßlicher Drahtzieher des vereitelten Anschlags. Assadollah A. soll der deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zufolge ein in Belgien lebendes Ehepaar mit dem Anschlag beauftragt und ihm dafür auch eine Vorrichtung mit 500 Gramm Sprengstoff übergeben haben.

Der Plan für den Anschlag sei von "äußerster Schwere" gewesen und "konnte nicht ohne Antwort bleiben", teilten die französischen Ministerien für Inneres, Äußeres sowie für Wirtschaft und Finanzen nun mit. Die ergriffenen Maßnahmen seien gezielt und angemessen. "Mit dieser Entscheidung erinnert Frankreich an seine Entschlossenheit, gegen den Terrorismus zu kämpfen, vor allen auf seinem eigenen Gebiet." Der vereitelte Anschlag von Villepinte erfordere einen "anspruchsvollen Ansatz" in den Beziehungen zum Iran, erklärte Außenamtschef Jean-Yves Le Drian.