Nächtliche Verhöre in Paris

Zwei Soldaten patrouillieren vor einer Synagoge, während ein Mann vorbeigeht.
Die Verdächtigen könnten die Attentäter mit Waffen und Autos versorgt haben. Kerry ist in Paris.

Im Großraum Paris sind in der Nacht auf Freitag mehrere Verdächtige im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen der vergangenen Woche befragt worden. Die Zahl der von der französischen Polizei in der Nacht Festgenommenen ist inzwischen von zehn auf zwölf Personen gestiegen. Sie stünden im Verdacht, die Attentäter logistisch unterstützt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Festnahmen seien im Süden von Paris erfolgt, unter anderem im Bezirk Montrouge, wo einer der Täter eine Polizistin getötet hat.

Zwei schwer bewaffnete Attentäter hatten in der vergangenen Woche die Redaktion der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gestürmt und dort und auf der Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Bei einem weiteren Anschlag tötete ein Attentäter in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Geiseln, nachdem er zuvor bereits eine Polizistin erschossen hatte. Alle drei Attentäter wurden von der Polizei erschossen.

Kerry in Paris

US-Außenminister John Kerry hat indes an den Schauplätzen der Terroranschläge von Paris der 17 Todesopfer gedacht und um Verzeihung für sein Fehlen beim großen Gedenkmarsch gebeten. Eine Woche nach dem Ende der islamistischen Anschläge war er dennoch der erste US-amerikanische Spitzenpolitiker, der vor Ort seine Trauer und Solidarität bekundete. An einem großen Gedenkmarsch mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hatte am vergangenen Sonntag überraschend kein hochrangiges US-Regierungsmitglied teilgenommen. Der Sprecher von Präsident Barack Obama räumte danach ein, dass jemand mit einem "höheren Profil" hätte teilnehmen müssen. Washington war nur durch Botschafterin Jane Hartley vertreten gewesen.

Einer der Tatorte, die Kerry am Freitag besuchte, war der Supermarkt für koschere Lebensmittel, in dem der islamistische Terrorist Amedy Coulibaly am Freitag vergangener Woche vier Juden erschossen hatte. Zweite Station war das Gebäude, in dem das Satiremagazin "Charlie Hebdo" seine Redaktionsräume hat.

Zuvor hatte der Amerikaner mit Präsident Francois Hollande über den Kampf gegen den Terror diskutiert. Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den USA solle weiter verstärkt werden, kündigte Hollande danach an. Details wurden allerdings nicht genannt.

Kerry bat am Rande der Treffen um Verständnis für sein Fehlen beim großen Solidaritätsmarsch in Paris. Er erklärte, ihn hätten Verpflichtungen in Indien von der Teilnahme abgehalten. Deswegen habe er nicht kommen können. Fabius sagte vor Journalisten, Kerry habe sich entschuldigt. Der Amerikaner habe ihm gesagt, dass es ihm wehtue, dass er am Sonntag nicht dabei gewesen sei.

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