Politik | Ausland
03.05.2018

Mutmaßlicher Giftgasangriff in Douma: OPCW will Opfer exhumieren

Chemiewaffeninspekteure untersuchen Angriff auf Ex-Rebellenenklave in Syrien.

Chemiewaffenkontrolleure wollen bei der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs auf die syrische Stadt Douma die Leichen von Opfern exhumieren. Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen ( OPCW) suche nach Möglichkeiten, "biomedizinische Proben zu entnehmen", um Beweise für die Verwendung von Chlorgas und Sarin zu finden, sagte OPCW-Chef Ahmet Üzümcü der "Financial Times" (Donnerstag).

Es handle sich um einen "sehr sensiblen Vorgang", sagte Üzümcü. Zwar hätten die OPCW-Experten in der Vergangenheit bereits an Autopsien teilgenommen, doch werde es "das erste Mal sein, dass wir Leichen exhumieren". Laut dem OPCW-Chef sammelten die Inspekteure zudem bereits mehr als 100 "Umweltproben".

Westliche Staaten werfen der syrischen Regierung vor, bei Angriffen auf die Stadt Douma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghouta am 7. April Giftgas eingesetzt zu haben. Nach Angaben von Helfern und Ärzten waren dabei mehr als 40 Menschen getötet worden. Üzümcü erwartet den Untersuchungsbericht über Douma in etwa einem Monat.

Die OPCW hatte erst drei Wochen nach dem Angriff Zugang zum Schauplatz des Angriffs bekommen. Experten erklärten jedoch, chemische Spuren - soweit vorhanden - könnten trotz des zeitlichen Abstands noch nachgewiesen werden, unter anderem in den Leichen der mutmaßlichen Opfer.