© Screenshot: YouTube

Protest-Video
07/10/2013

Mos Def ließ sich zwangsernähren

Guantanamo Bay: Ein schockierendes Video zeigt die Zwangsernährung in einem Selbstversuch von Mos Def.

von Mathias Morscher

Eine Arztpraxis irgendwo auf der Welt. Ein Mann in orangem Sträflingsoverall, an Händen und Füßen in Ketten gelegt, geht in den Raum und setzt sich auf einen Stuhl, der einen an den Zahnarzt erinnert. Die Hände werden festgeschnallt, ebenso der Kopf. Medizinisches Personal bereitet eine Ernährungssonde vor, schmiert sie mit Gleitgel ein und führt sie langsam in die Nase des Gefangenen ein. Angst macht sich in seinem Gesicht breit. Millimeter für Millimeter dringt die Sonde tiefer ein, der dunkelhäutige Mann krümmt sich vor Schmerzen, verkrampft seine Beine und krächzt nach einigen Minuten: "Stop, stop. Please, stop."

Der Bitte wird Folge gleistet, denn bei dem Gefangenen handelt es sich um Yasiin Bey, besser bekannt als Mos Def. Der Rapper und Schauspieler hat sich freiwillig diesem Selbstversuch unterzogen. Echte Gefangene des umstrittenen Haftanstalt Guantanamo Bay auf Kuba haben diese Möglichkeit nicht. Täglich müssen sie sich zwei Mal für circa zwei Stunden dieser Prozedur unterziehen.

Unerträglich

„Der erste Teil ist nicht so schlimm, aber dann bekommst du dieses Brennen. Und es beginnt, wirklich unerträglich zu werden“, beschreibt Bey sein Gefühl am Ende des Videos. Produziert wurde der Clip von der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve (Begnadigung). Die Organsisation und der Rapper wollen damit auf das Schicksal von mehr als 100 Häftlingen hinweisen. Zur Zeit sollen sich 120 der 166 Inhaftierten im Hungerstreik befinden. 44 davon werden gegen ihren Willen ernährt, berichtet Reprieve. Mit dem Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan haben die US-Behörden angekündigt, nur noch zu Sonnenauf und –untergang Zwangsernährungen durchzuführen.

Achtung: Das Video zeigt verstörende Szenen

Quelle: Reprieve UK

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