Politik | Ausland
20.05.2018

Montenegro denkt über Stacheldrahtzaun gegen Migranten nach

Angesichts angeblich wieder wachsender Zahl von Flüchtlingen will die Regierung in Montenegro Zäune zu Albanien bauen.

Montenegros Behörden könnten an einzelnen Grenzstrecken zu Albanien einen Stacheldrahtzaun errichten. Diese Möglichkeit hat am Sonntag Vojislav Dragovic, Leiter der Innenministeriumsabteilung für Überwachung der Staatsgrenze, angesichts der seit zehn Monaten wieder wachsenden Zahlen von Flüchtlingen angekündigt.

Dragovic machte allerdings keine Angaben über die Zahl der Migranten. Nach Angaben der bosnischen Behörden waren in den ersten vier Jahresmonaten bereits 4.000 Asylbewerber registriert worden. Sie waren demnach entweder über Montenegro oder Serbien eingereist.

Montenegros staatlicher TV-Sender RTCG berichtete am Sonntag, dass die ungarische Regierung die Bereitschaft angekündigt habe, den montenegrinischen Behörden Stacheldraht zu spenden. Die Spende soll zur Zaunerrichtung in der Länge von 25 Kilometern reichen.

Dragovic beklagte sich unterdessen auch über das Verhalten der albanischen Behörden, die nicht bereit wären, die in Montenegro aufgefangenen Migranten aufzunehmen. Sie würden behaupten, dass es keine Beweise gebe, dass sie aus Albanien eingereist seien, erläuterte er.

Laut früheren Medienberichten hat sich seit dem Jahresbeginn eine neue Flüchtlingsroute etabliert, die über die Türkei, Griechenland, Albanien, Montenegro oder Serbien nach Bosnien-Herzegowina und weiter in den Westen führt. Eine zweite Route soll auch über Rumänien führen.