Politik | Ausland
03.09.2018

Migration: Immer mehr abgelehnte Asylanträge in Italien

Experten befürchten nun eine höhere Zahl illegaler Migranten im Land.

Drei Monate nach dem Amtsantritt der italienischen Regierung aus Lega und Fünf Sterne-Bewegung ist die Zahl der abgelehnten Asylanträge stark gestiegen. Experten rechnen dadurch aber mit einer steigenden Zahl von Migranten, die sich illegal im Land aufhalten, wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Montagsausgabe) berichtete.

Seit der Vereidigung der neuen Regierung Anfang Juni seien mehr Asylanträge als bisher abgelehnt worden, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für internationale Studien hervor. 13.800 Asylanträge sind demnach zurückgewiesen worden. Lediglich 1.350 Migranten ohne Aufenthaltsungenehmigung wurden im selben Zeitraum abgeschoben.

Nach Angaben von Innenminister Matteo Salvini ist die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen im Zeitraum von Jänner bis Anfang September von 100.000 im Jahr 2017 auf 19.000 im Vergleichszeitraum 2018 gesunken. Italien versorge zurzeit 160.000 Asylanträge, was den Staatskassen fünf Milliarden Euro pro Jahr koste. 140.000 Asylanträge müssen noch geprüft werden, so der Lega-Chef im Interview mit "Radio 24" am Montag.

Bis Ende September plane er den Abschluss von Rückführungsabkommen mit Herkunftsländern der Migranten. "Italien hat Rückführungsabkommen mit vier Ländern abgeschlossen, doch nur jenes mit Tunesien funktioniert. Wir müssen hart für neue Abkommen arbeiten", erklärte Salvini.