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© REUTERS/THIERRY GOUEGNON

Elfenbeinküste
01/08/2017

Meuternde Soldaten setzten kurzzeitig Minister fest

Die Meuterei in Cote d'Ivoire hatte am Freitag in der Früh in der zweitgrößten Stadt Bouake begonnen. Die Soldaten fordern eine Erhöhung ihres Soldes, Prämienzahlungen, schnellere Aufstiegschancen sowie bessere Unterkünfte.

Zwei Tage nach dem Beginn einer Meuterei von Soldaten ist die Lage in Cote d'Ivoire weiterhin angespannt. Obwohl Präsident Alassane Ouattara in dem Streit um Solderhöhungen am Samstag eine Einigung verkündete, setzten die Soldaten am Abend den Verteidigungsminister des westafrikanischen Landes fest. Nach zwei Stunden wurde er wieder freigelassen.

Ob die meuternden Soldaten die Waffen niederlegen, war zunächst jedoch unklar.

Erhöhung des Soldes gefordert

Die Meuterei hatte am Freitag in der Früh in der zweitgrößten Stadt Bouake begonnen. Die Soldaten fordern eine Erhöhung ihres Soldes, Prämienzahlungen, schnellere Aufstiegschancen sowie bessere Unterkünfte. Am Samstag hatte der Protest auch andere Städte wie die Wirtschaftsmetropole Abidjan erfasst. Soldaten errichteten Straßensperren und feuerten Schüsse ab.

Am Samstag reiste Verteidigungsminister Alain Richard Donwahi nach Bouake, um mit den Soldaten zu verhandeln. Am Abend verkündete Präsident Ouattara in einer Fernsehansprache eine Einigung. Die Forderungen der Soldaten nach Prämienzahlungen und besseren Lebensbedingungen würden "berücksichtigt", sagte Ouattara. Details nannte er allerdings nicht. Ouattara forderte alle Soldaten auf, in ihre Kasernen zurückzukehren, damit seine Entscheidungen "in Ruhe" umgesetzt werden könnten.

"Der Präsident muss uns sagen, wann wir bezahlt werden und wie viel wir kriegen."

Unmittelbar nach der Ansprache feuerten Soldaten in Bouake mit Maschinengewehren in die Luft, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Sie hinderten Verteidigungsminister Donwahi und seine Delegation daran, die Residenz des Vize-Präfekten der Stadt zu verlassen. Einer der meuternden Soldaten, die den Minister festhielten, sagte: "Der Präsident muss uns sagen, wann wir bezahlt werden und wie viel wir kriegen."

Ehemalige Rebellen aus dem Norden

Nach gut zwei Stunden wurde Donwahi wieder freigelassen. Weder der Minister noch die Soldaten, die ihn festgehalten hatten, äußerten sich. Donwahi und seine Delegation fuhren sofort zum Flughafen und verließen die Stadt, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die meuternden Soldaten bauten Straßensperren ab, auch Schüsse waren zunächst nicht mehr zu hören. Ob die Meuterei damit beendet ist, war jedoch unklar.

Bei den Meuterern handelt es sich offenbar um ehemalige Rebellen aus dem Norden des westafrikanischen Landes, die seit Ende des Bürgerkriegs in die Armee integriert wurden. Bereits im November 2014 hatten massive Proteste der ehemaligen Rebellen wegen ausstehender Zahlungen das Land lahmgelegt. Präsident Ouattara hatte daraufhin Nachzahlungen zugesagt.

Land seit 2011 wieder vereint

Die Regierung hatte vor kurzem einen ehrgeizigen Plan zur Modernisierung der Streitkräfte bis zum Jahr 2020 vorgelegt. Unter anderem will sie für umgerechnet 1,2 Milliarden Euro neue Ausrüstung kaufen und die Zusammensetzung der Streitkräfte neu strukturieren - von den derzeit 22.000 Soldaten haben zu viele hohe Dienstgrade.

Cote d'Ivoire war zwischen 2002 und 2011 wegen eines wirtschaftlich und ethnisch bedingten Machtkampfs in zwei Teile gespalten. Die Rebellen im Norden unterstützten später Ouattara gegen den langjährigen Machthaber Laurent Gbagbo. Seit Ouattaras Vereidigung im Mai 2011 als Präsident ist das Land wieder vereint.

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