Merkel im Dauereinsatz, Hollande zeigt Schwächen
Die vergangenen Tage wird die deutsche Regierungschefin
Angela Merkel wohl nie vergessen. Sie jettete über den halben Globus, legte 20.000 km zurück, ein Top-Krisen-Treffen jagte das nächste. Ihr Terminplan ab 5. Februar bis heute: Kiew -
Berlin - Moskau - Sicherheitskonferenz in München - Berlin - Washington, D.C. - Ottawa - Berlin - Minsk - Brüssel.
Einen Teil der letzten Stationen machte auch Frankreichs Präsident Francois Hollande mit - gerade in Minsk standen den Teilnehmern die anstrengen 17 Stunden nächtlicher Verhandlungen am Morgen ins Gesicht geschrieben.
Hollande zeigte schließlich am Ende der Diplomaten-Odyssee Schwächen: Bei der Pressekonferenz am späten Donnerstagabend in Brüssel fiel es dem 60-Jährigen merklich schwer, sich zu konzentrieren. Außer kleineren Versprechern verwechselte er in der Antwort auf eine Journalistenfrage unter anderem die Länder Griechenland und Ägypten. An eine andere konnte er sich zunächst gar nicht mehr erinnern. "Wir werden diese Pressekonferenz gleich beenden", kommentierte Hollande lachend und selbstironisch. "Ich sorge für gewisse Verwirrung."
Arbeitswoche noch nicht zu Ende
Merkel hingegen schien immer noch nicht kleinzukriegen: Heute will sie sich wieder um die deutsche Innenpolitik kümmern. "Ich bin konzentriert. Und die Woche ist ja auch noch gar nicht zu Ende", sagte sie am Donnerstagabend. Ihr gehe es nicht schlecht. "Ist ja morgen noch ein Arbeitstag". Nur aus den Delegationen in Brüssel hieß es, Merkel habe bei den Gesprächen mit ihren Kollegen eingeräumt, dass sie nach dem Reise- und Diplomatie-Marathon doch "etwas müde" sei.
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