Mandl für weiteren Dialog mit Nordkorea
Ende Jänner hatte Nordkorea den ersten Test einer atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete seit 2017 unternommen, die auch die US-Pazifikinsel Guam treffen könnte. In den Wochen davor hatte es bereits ballistische Raketen von kurzer Reichweite, Marschflugkörper und eigenen Angaben zufolge auch Hyperschallraketen getestet, die mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen können. Experten sahen hinter der Testreihe auch eine Machtdemonstration Pjöngjangs. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm kommen seit drei Jahren nicht mehr voran.
Für Lukas Mandl (ÖVP), Vorsitzender der Korea-Delegation im Europaparlament, ist die Lage auf der koreanischen Halbinsel klar: „Südkorea ist ein verlässlicher Partnerstaat Europas, der zivilisatorische Werte wie jene der Menschenwürde und Freiheitsrechte achtet. Zugleich müssen wir Dialogbrücken mit Nordkorea aufrechterhalten, um einen langfristigen Friedensprozess weiter vorantreiben zu können“, sagte er anlässlich einer Aussprache zum Thema "End-of-War Deklaration" mit Maria Castillo-Fernandez, EU-Botschafterin in Südkorea, und Glyn Ford, ehemaliger britischer Europaabgeordneter und Direktor von "Track-2-Asia".
Mandl hat zu dieser Aussprache eingeladen: "Eine 'End-of-War-Deklaration' wird von der südkoreanischen Seite vorangetrieben und ich kann der Idee viel abgewinnen. Auch wenn es sich nur um einen symbolischen Akt handeln würde, um den Koreakrieg formal für beendet zu erklären, wären so die Voraussetzungen für einen möglichen zukünftigen Friedensvertrag verbessert“, sagte er.
Seit geraumer Zeit steht er mit südkoreanischen Parlamentariern und Regierungsvertretern sowie Offiziellen aus anderen Teilen der Welt und mit dem Vorsitzteam der Korea-Delegation des Europaparlaments in Kontakt.
Der Kontakt mit Nordkorea gehört zum Mandat der von Mandl geleiteten Korea-Delegation des Europäischen Parlaments, das damit die einzige EU-Institution ist, die formalen Kontakt auch mit Nordkorea sucht. "Die kürzlich initiierten Raketentests Nordkoreas erschweren selbstverständlich die Bemühungen für eine gute Zukunft", räumt Mandl bedauernd ein.
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