Politik | Ausland
03.07.2018

Malta setzt "Lifeline"-Kapitän gegen Kaution auf freiem Fuß

Auch das Flüchtlings-Rettungsschiff von Sea-Watch wird auf der Mittelmeerinsel am Auslaufen gehindert.

Der Kapitän des deutschen Flüchtlings-Rettungsschiffes "Lifeline", Claus-Peter Reisch, ist von den maltesischen Behörden gegen Zahlung einer Kaution von 10.000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Ein nächster Gerichtstermin wurde für kommende Woche angesetzt, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Montagabend.

Die "Lifeline" war vergangene Woche in Malta beschlagnahmt worden. Das Schiff hatte vor mehr als einer Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, weil Italien und Malta dem Schiff zunächst ein Anlegen verweigert hatten. Schließlich durfte sie in Malta anlegen. Die in Dresden ansässige Hilfsorganisation Mission Lifeline bestreitet jegliches Fehlverhalten.

 

Zweites deutsches Schiff festgehalten

Die Behörden in Malta halten neben der "Lifeline" noch ein zweites deutsches Flüchtlings-Rettungsschiff fest. Die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Watch teilte am Montag auf ihrer Website mit, die "Sea-Watch 3" werde "ohne jegliche Rechtsgrundlage" am Auslaufen gehindert.

Die "Sea-Watch 3" habe eine ordnungsgemäße Registrierung und sei berechtigt, die niederländische Flagge zu führen. Die Regierung in Malta führe "eine politische Offensive zur Beendigung der zivilen Rettung auf See", kritisierte die Organisation.

Am Freitag waren nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) mehr als hundert Flüchtlinge ertrunken, nachdem ihr Boot vor der libyschen Küste gekentert war. Am Sonntag wurden nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes weitere 63 Menschen vermisst. Am Montagabend meldete das UNO-Flüchtlingswerk, nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste würden weitere 114 vermisst.