Briefbombensendung an Armeebüros
Die Entdeckung mehrerer Briefbomben in Rekrutierungsbüros der britischen Armee hat die Regierung in London alarmiert. Premierminister David Cameron berief am Donnerstag eine Sitzung des Krisenstabs COBRA ein, wie sein Büro am Abend mitteilte. Zudem sei die Anti-Terrorpolizei eingeschaltet worden. In sieben Rekrutierungsbüros waren zuvor Briefe oder Päckchen mit Sprengstoff entdeckt worden.
Päckchen wurden den Angaben zufolge seit Dienstag in Reading, Chatham, Aldershot, Brighton, Oxford und Slough gefunden, außerdem auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Mildenhall. Ein Einkaufszentrum in Slough westlich von London wurde geräumt, außerdem wurden Sicherheitszonen rund um die Rekrutierungsbüros eingerichtet. Das Verteidigungsministerium erklärte, sein Personal habe Sicherheitsanweisungen erhalten.
Nordirland unter Verdacht
"Sieben verdächtige Sendungen wurden identifiziert. Sie enthielten einen kleinen, simplen aber potenziell funktionierenden Sprengstoffmechanismus, der auf Terroristen in Nordirland hinweist", erklärte ein Regierungssprecher nach einem Treffen des Krisenstabs in London. Alle Sendungen seien von Experten sicher entschärft worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hätten sie Verletzungen verursachen können. Die Anti-Terror-Polizei sprach von einer "niedrigen", aber "tatsächlichen" Bedrohung.
Nordirland war drei Jahrzehnte lang Schauplatz blutiger Unruhen und Anschläge. Mehr als 3500 Menschen wurden in dem Konflikt getötet. 1998 wurde ein Friedensvertrag abgeschlossen, der eine Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht. Es kommt aber immer noch gelegentlich zu Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen und zu Anschlägen.
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