Politik | Ausland
29.06.2018

Lifeline weist Vorwürfe gegen Schiffskapitän zurück

Öffentliche Anhörung des Kapitäns des Rettungsschiffs findet in Malta am Montag statt. Lifeline-Sprecher: Schiff legal registritert.

Die deutsche Hilfsorganisation Mission Lifeline hat die Vorwürfe der maltesischen Justiz gegen den Kapitän ihres Flüchtlings-Rettungsschiffes zurückgewiesen. "Wir sehen nicht, dass er etwas falsch gemacht hat und warten jetzt erst einmal die Anklageschrift ab", sagte Axel Steier, Mitgründer der Organisation, der Rhein-Neckar-Zeitung.

Der Kapitän Claus-Peter Reisch soll am Montag für eine öffentliche Anhörung vor Gericht erscheinen, wie Steier mitteilte. "Welche Punkte genau vorgebracht werden, wissen wir bis dato nicht", erklärte er. Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat hatte dem Kapitän vorgeworfen, gegen "internationale Gesetze verstoßen und Anweisungen der italienischen Behörden missachtet" zu haben.

Mehrere Einvernahmen

Seit der Ankunft des Schiffes in Malta am Mittwochabend wurde Reisch bereits mehrfach von der Polizei vernommen. Die Organisation Lifeline beharrt jedoch darauf, einzig die Anweisung der Rückführung der Flüchtlinge nach Libyen missachtet zu haben, die ihrer Ansicht nach illegal ist.

Die "Lifeline" fährt unter niederländischer Flagge - die Niederlande hatten jedoch erklärt, das Hilfsschiff sei nicht in den niederländischen Registern verzeichnet. Dem widersprach Steier: Die "Lifeline" sei dort als Sportboot registriert, was laut einem Rechtsgutachten der niederländischen Universität Leiden legal sei, erläuterte Steier.

Lifeline-Sprecher Steier: "Billige Ausrede"

Außerdem wehrte er sich gegen den Vorwurf, Flüchtlingsretter im Mittelmeer erleichterten Schleppern ihre Arbeit. Das sei eine "billige Ausrede dafür, die Leute ertrinken zu lassen", sagte er. "Den Schleppern ist es vollkommen egal, ob da ein Schiff ist."

Die "Lifeline" hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, weil Italien und Malta dem Schiff ein Anlegen verweigert hatten.