Bombenanschlag in Beirut: Dutzende Tote

Nahe der iranischen Botschaft detonierten Bomben - eine El-Kaida-nahe Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag.

Zuerst zündete ein Mann seinen Sprengstoffgürtel, unmittelbar danach ließ ein zweiter eine massive Autobombe vor der iranischen Botschaft im südlichen Teil der libanesischen Hauptstadt Beirut hochgehen. Die Fassade des zweistöckigen Gebäudes wurde komplett zerstört, rundum brannten Fahrzeuge. Mindestens 23 Menschen kamen in dem Inferno um, 150 weitere wurden teils schwer verletzt, darunter der Kulturattaché des Iran.

„Es handelt sich um einen Doppelanschlag, für den zwei unserer Helden, Sunniten aus dem Libanon, zu Märtyrern geworden sind.“ Mit dieser Twitter-Botschaft übernahm die „Abdallah-Assam-Brigade“ die Verantwortung für das Blutbad. Die Extremistengruppe ist für ihre engen Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida bekannt.

Das Angriffsziel wurde bewusst gewählt: Das schiitische Regime in Teheran ist der wichtigste Verbündete der schiitischen Hisbollah im Libanon, die als einzige Partei des Landes auch eine bewaffnete Miliz hat. Diese greift an der Seite des syrischen Machthabers Bashar al-Assad aktiv in den Bürgerkrieg im Nachbarland ein. Deswegen, so heißt in dem Bekennerschreiben, seien die Anschläge ausgeführt worden. Der Achse Hisbollah/Assad stehen in Syrien oft sunnitische Islamisten gegenüber, die auch zu den Mitteln des Terrors greifen.

Der Süden Beiruts ist eine Hochburg der Hisbollah. Bereits in den Monaten Juli und August war es dort zu zwei Anschlägen gekommen, bei denen insgesamt 27 Menschen gestorben waren.

Iran beschuldigt Israel

Nach den Attentaten vom Dienstag richtete das iranische Außenamt den Finger auf Israel: „Wir verurteilen diese unmenschliche Tat und machen die Zionisten und ihre Söldner verantwortlich.“

Damit ist der Krieg in Syrien endgültig auf den Zedernstaat übergeschwappt. Dies wird die ohnehin schon angespannte Situation im Land weiter verschärfen: Bis zu zwei Millionen syrische Flüchtlinge halten sich dort auf – das ist die Hälfte der Einwohnerzahl des Libanon.

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