Politik | Ausland
02.06.2018

Lega-Minister gegen "Regenbogen-Familien" in Italien

Fontana: "Ein Kind muss eine Mutter und ein Vater haben".

Kaum im Amt und schon sorgt Italiens neuer Familienminister Lorenzo Fontana für Polemik. In seinem ersten Interview als Minister für Familie erklärte der Politiker der rechten Lega , er wolle sich für mehr Geburten und für die Förderung der Familien einsetzen, nicht aber von "Regenbogenfamilien"

"Ich bin Katholik und ich verheimliche es nicht. Daher denke ich, dass die Familie eine natürliche Familie sein muss, wo ein Kind eine Mutter und einen Vater hat", sagte Fontana im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della sera" (Samstagsausgabe). "Laut dem italienischen Gesetz existieren keine "Regenbogen-Familien".

Die Worte Fontanas lösten heftige Reaktionen aus. "Ich finde es unerhört, dass ein Minister der italienischen Republik die Rechte jener Personen leugnet, die als Familie anerkannt werden wollen", kommentierte die PD-Politikerin Monica Cirinna, die das Gesetz über die Lebenspartnerschaften entworfen hatte.

Das katholische Italien war zuletzt das einzige Land in Westeuropa, in dem gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt sind. Ein Gesetz zur Legalisierung von Lebenspartnerschaften wurde 2016 verabschiedet. Das Adoptionsrecht für Homosexuelle war auf Druck katholischer Parteien und Organisationen aus dem Gesetz ausgeklammert worden. Italienische Gerichte hatten in der Vergangenheit wiederholt Adoptionen von Kindern des Lebenspartners erlaubt.