Die Schlangeninsel

┬ę via REUTERS/MAXAR TECHNOLOGIES

Politik Ausland
07/02/2022

Ukraine wirft Russland Phosphorbombeneinsatz auf Schlangeninsel vor

Die ukrainische Schwarzmeer-Insel wurde bis Donnerstag vier Monate lang von russischen Truppen besetzt.

Die Ukraine hat der russischen Armee vorgeworfen, die Schlangeninsel im Schwarzen Meer mit Phosphorbomben angegriffen zu haben. Moskaus Truppen h├Ątten am Freitagabend "zweimal einen Luftangriff mit Phosphorbomben ausgef├╝hrt", schrieb der ukrainische Armeechef Walerij Saluschny auf Telegram. Erst am Donnerstag hatte die russische Armee ihren R├╝ckzug von der ukrainischen Insel erkl├Ąrt, die sie zuvor vier Monate lang besetzt gehalten hatte.

Die russischen Angriffe seien gegen 18.00 Uhr Ortszeit erfolgt, schrieb Saluschny. Die Phosphorbomben seien von SU-30-Fliegern der russischen Armee abgeworfen worden.

Schlangeninsel strategisch wichtig

Die Schlangeninsel gilt als ein strategisch wichtiger Posten zur ├ťberwachung der Seewege im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres. Russland hatte versucht, auf der Insel Raketen- und Luftabwehrsysteme zu installieren - am Donnerstag aber zog sie sich dann von der Insel zur├╝ck. Die russische Armee sprach von einer "Geste guten Willens", die Ukraine dagegen von einem wichtigen milit├Ąrischen Sieg ihrer Truppen.

Verbotene Waffen

Phosphorwaffen sind v├Âlkerrechtlich nicht explizit verboten; allerdings ist ihr Einsatz laut einer Waffenkonvention von 1980 gegen Zivilisten und in st├Ądtischen Gebieten ge├Ąchtet. Sie k├Ânnen schwerste Verbrennungen sowie Vergiftungen verursachen.

Symbol des Widerstands

Die Schlangeninsel gilt seit Beginn des russischen Angriffskriegs als Symbol des ukrainischen Widerstands. Die Besatzung des sp├Ąter gesunkenen russischen Kriegsschiffes "Moskwa" hatte die auf der Insel stationierten ukrainischen Grenzsch├╝tzer am ersten Tag der Invasion aufgefordert, sich zu ergeben.

"F...k dich, russisches Kriegsschiff!", antwortete darauf ein Grenzsch├╝tzer ├╝ber Funk. Kurze Zeit sp├Ąter nahm die russische Armee die Insel ein. Die ukrainischen Soldaten wurden gefangen genommen und kamen sp├Ąter im Zuge eines Gefangenenaustausches frei.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare