© REUTERS/VYACHESLAV MADIYEVSKYY

Lagebericht

EU als "Sponsor des Terrorismus" + Stromabschaltungen in der Ukraine

Die Menschen sollten bis zum Morgen ihre Mobiltelefone und Powerbanks aufladen, Taschenlampen, Batterien und Wasser bereithalten.

10/20/2022, 12:39 PM

Tag 239 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine:

Die EuropĂ€ische Union wird mit ihren Waffenlieferungen an die Ukraine nach Ansicht des russischen Außenministeriums zur Konflikt-Partei. 

Die LĂ€nder, die die Ukraine mit Waffen versorgten, seien „Sponsoren des Terrorismus“, meinte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Sie bekrĂ€ftigt damit die scharfe Kritik der Moskauer FĂŒhrung an der westlichen UnterstĂŒtzung der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg.

Angriffe auf Energie-Infrastrukrur

Russland ĂŒberzieht die Ukraine seit eineinhalb Wochen mit großflĂ€chigen Angriffen und zielt dabei insbesondere auf die kritische Infrastruktur des Landes.

Nach jĂŒngsten Angaben der Regierung in Kiew sind durch Raketen und Drohnen mittlerweile rund 40 Prozent der ukrainischen Energie-Infrastruktur beschĂ€digt. BefĂŒrchtet wird, dass sich der Notstand im Lauf des Winters massiv verschĂ€rft. Fachleute versuchen, die SchĂ€den so gut wie möglich zu beseitigen.

In der Hauptstadt Kiew soll am Donnerstag die FernwĂ€rme wieder angeschaltet werden, wie BĂŒrgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Die Reparatur- und Rettungsdienste seien um zehn Prozent aufgestockt worden. Klitschko rief die BĂŒrger der Hauptstadt zum Stromsparen auf. Sie sollten keine HeizlĂŒfter oder Klimaanlagen nutzen.

Strom wird abgeschalten

Die Ukraine hat mit Stromabschaltungen im ganzen Land begonnen. In der Hauptstadt Kiew fiel die ElektrizitĂ€t in einigen Haushalten bereits am Mittwochabend kurzzeitig aus. FĂŒr Donnerstag hat der ukrainische Versorger Ukrenergo auch in anderen Gebieten EngpĂ€sse bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) angekĂŒndigt. In jedem Gebiet soll der Strom bis zu vier Stunden lang abgeschaltet werden.

Es sei notwendig, von 07.00 Uhr bis 23.00 Uhr den Stromverbrauch zu minimieren, sagte ein Selenskyj-Berater. Wenn dies nicht geschehe, mĂŒsse man sich auf vorĂŒbergehende StromausfĂ€lle vorbereiten.

Zugleich gab es Appelle, Powerbanks, Batterien und Taschenlampen bereit zu halten. Ukrenergo stellte danach klar, dass die Strom-EinschrĂ€nkungen nur am Donnerstag gelten sollen. Hintergrund sei ein KapazitĂ€tsmangel im System, heißt es in einer ErklĂ€rung auf Telegram. Allerdings könnte mit Einbruch der KĂ€lte nicht ausgeschlossen werden, "dass wir Sie noch hĂ€ufiger um Hilfe bitten mĂŒssen".

Aufruf zum Stromsparen

Die ukrainische Regierung strebt eine landesweite Verringerung des Energieverbrauchs um 20 Prozent an. Die Bevölkerung sei dem Aufruf zu Stromsparen bereits gefolgt, sagt Energieminister Herman Haluschtschenko im Fernsehen.

Es werde ein freiwilliger RĂŒckgang des Verbrauchs verzeichnet. „Aber wenn das nicht ausreicht, sind wir gezwungen, Zwangsabschaltungen vorzunehmen.“

Ukrainische Offensive in Cherson

Die ukrainischen StreitkrĂ€fte treiben ihre Offensive gegen die russischen Invasionstruppen in der sĂŒdlichen Region Cherson nach eigenen Angaben voran.

Dort seien 43 russische Soldaten getötet und sechs Panzer sowie andere AusrĂŒstung zerstört worden, teilte das MilitĂ€r am Donnerstag mit. Die Truppen rĂŒckten auch nĂ€her an die gleichnamige Regionalhauptstadt heran.

Am Mittwoch hatte die von Russland eingesetzte Verwaltung in Erwartung eines ukrainischen Angriffs eine Evakuierung in der besetzten Region und auch der strategisch wichtigen Stadt Cherson am MĂŒndungsdelta des Dnjepr angeordnet.

Iranische Drohnen

Der umstrittene Einsatz iranischer Drohnen in der Ukraine war am Mittwochabend Thema im UNO-Sicherheitsrat. Der russische Vertreter Dmitri Poljanski wies entsprechende Berichte als "unbegrĂŒndete Anschuldigungen und Verschwörungstheorien" zurĂŒck. Man setze nur in Russland hergestellte Drohnen ein. "Ich wĂŒrde Ihnen empfehlen, die technologischen FĂ€higkeiten der russischen Drohnenindustrie nicht zu unterschĂ€tzen", sagte er.

Zugleich drohte er damit, die Kooperation mit den Vereinten Nationen einzustellen, sollte es eine UNO-Inspektion der Drohnen geben. "Wir wollen das nicht tun, aber wir haben keine andere Wahl", sagte der stellvertretende russische UNO-Botschafter.

EU verhÀngt Sanktionen gegen Iran wegen Drohnen-Lieferung

 Die EuropĂ€ische Union verhĂ€ngt Sanktionen gegen den Iran wegen der mutmaßlichen Lieferung sogenannter Kamikaze-Drohnen an Russland. Die Mitgliedstaaten einigten sich nach Angaben der tschechischen RatsprĂ€sidentschaft am Donnerstag darauf, Vermögenswerte von drei Personen und einer Einrichtung einzufrieren, die fĂŒr die Lieferungen verantwortlich sein sollen. Offiziell dementiert der Iran bisher, Drohnen an Russland zu liefern.

Appell an MĂ€nner in annektierten Gebieten

Selenskij richtete sich in einer Rede auch an die MÀnner in den von Moskau besetzten und zum eigenen Staatsgebiet erklÀrten gebieten. Die dortigen MÀnner sollten sich auf keinen Fall in die russische Armee einberufen lassen. "Vermeinden Sie das, wenn es irgend möglich ist", so Selenskij. Wer diese Gebiete verlassen könne, solle das tun. Wer eingezogen worden sei, solle die Waffen strecken und versuchen, zu den Ukrainern zu desertieren. "Das Wichtigste: Retten Sie ihr Leben, und helfen Sie unbedingt auch anderen!", sagte er.

Der russische Machthaber Wladimir Putin hat am Mittwoch den Kriegszustand ĂŒber die ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson ausgerufen. Russland beansprucht sie völkerrechtswidrig fĂŒr sich und betrachtet die dort lebenden Ukrainer als russische StaatsbĂŒrger. Damit wĂ€chst die Gefahr, dass die MĂ€nner zum Dienst in der russischen Armee gezwungen werden und gegen ihre Landsleute kĂ€mpfen mĂŒssen.

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