U.S. President Donald Trump participates in a round of golf at the Trump National Golf Course in Sterling, Virginia

© REUTERS / TOM BRENNER

Politik Ausland
05/26/2020

"Krank vor Hass": Trump erzürnt über Kritik an Golfplatzbesuch

Der Wochenendausflug des US-Präsidenten fiel mit der Meldung von fast 100.000 Corona-Toten in den USA zusammen.

Mit wütenden Gegenangriffen auf die Medien hat sich US-Präsident Donald Trump gegen die Kritik an seinem Golfplatz-Besuch vom vergangenen Wochenende gewehrt. Die "völlig korrupten 'Fake News' lassen es wie eine Todsünde klingen", schrieb Trump am Montag im Online-Dienst Twitter. Sie seien "krank vor Hass und Verlogenheit".

Trump hatte am Wochenende erstmals seit März wieder Golf gespielt, während sich gleichzeitig die Zahl der Corona-Toten in den USA der Marke von 100.000 näherte. Das hatte in den Sozialen Netzwerken und bei vielen Medien für empörte Reaktionen gesorgt.

US-POLITICS-TRUMP

Trump kritisierte einst Obama für Golfpartie in Ebola-Krise

Kritiker erinnerten zudem an Trumps eigene frühere Angriffe auf seinen Vorgänger Barack Obama, weil dieser während des Ebola-Ausbruchs 2014 Golf gespielt hatte. Trump sagte damals, Obama sende damit "das falsche Signal": Ein Präsident sollte für ein paar Jahre auf das Golfspielen verzichten und sich auf den "Job konzentrieren", fügte er hinzu.

"Ich wusste, dass dies kommen würde", reagierte Trump auf die Kritik: "Was sie nicht sagen, ist, dass es mein erstes Golfspiel seit fast drei Monaten war; aber selbst wenn ich drei Jahre warten würde, würden sie ihre üblichen Hiebe gegen mich austeilen."

Unerwartete Unterstützung erhielt Trump, der sich um seine Wiederwahl im Herbst bemüht, von Obamas früherem Berater David Axelrod. Er verteidige den Präsidenten nicht oft, aber eine Runde Golf missgönne er ihm nicht, erklärte der Politikkommentator auf Twitter. "Abgesehen davon: Es verschafft dem Rest von uns eine Atempause von diesen verrückten Tweets."

Trumps damalige Angriffe auf Obama seien zwar "scheinheilig" gewesen, fuhr Axelrod fort. Aber ebenso scheinheilig seien diejenigen, die damals Obama verteidigt hätten und nun Trump angriffen.