Kopenhagen: Tatwaffe stammte von Streitkräften

Das Gewehr, das beim ersten Anschlag benutzt wurde, war einem Reservisten gestohlen worden.

Die Tatwaffe des ersten Terroranschlags von Kopenhagen war einem Mitarbeiter der dänischen Streitkräfte zu Hause gestohlen worden. Das M95-Gewehr, mit dem der Attentäter an dem Kulturcafé "Krudttønden" einen 55-jährigen Filmemacher erschoss, stammt laut der Kopenhagener Polizei von der dänischen Heimwehr. Die "Hjemmeværnet" unterstützt die übrigen Streitkräfte des Landes und besteht vor allem aus Freiwilligen. Etwa ein Viertel der Reservisten bewahre seine Waffen zu Hause auf, sagte Heimwehr-Chef Finn Winkler der Nachrichtenagentur Ritzau am Donnerstag.

Der mutmaßliche 22-jährige Attentäter Omar Abdel Hamid El-Hussein hatte am Wochenende in Kopenhagen bei zwei Angriffen zwei Menschen erschossen und fünf verletzt, bevor die Polizei ihn tötete.

Anti-Terror-Konferenz

Wie man solchen Tätern Einhalt gebieten kann, ist unter anderem Thema einer Konferenz in Washington. Dabei warnte US-Präsident Barack Obama davor, den Islam pauschal mit der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida gleichzusetzen. Zugleich stellte Obama klar, dass die USA und ihre Verbündeten keinen Krieg gegen den Islam führten. "Wir sind im Krieg mit Menschen, die den Islam pervertiert haben", so der Präsident. Obama forderte muslimische Führer auf, ihren Gemeinden klarzumachen, dass der Westen nicht versuche, den Islam zu unterdrücken. "Wenn Extremisten mit der Lüge hausieren gehen, dass unsere Länder feindselig gegen Muslime sind, dann müssen wir zeigen, dass wir Menschen aller Religionen willkommen heißen." Nur mit Militäreinsätzen ist der Terrorismus aus Sicht von Obama nicht zu besiegen. "Wir wissen, dass militärische Gewalt allein das Problem nicht lösen kann", schrieb er zuvor in der Zeitung "Los Angeles Times" (Mittwoch).

Einige muslimische Führer und Experten auf der Konferenz bezweifelten, dass es der US-Regierung gelingen werde, gegen die PR-Maschinerie der Extremisten vorzugehen, schrieb die "New York Times" am Donnerstag.

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