Politik | Ausland 10.06.2018

Kampf um Hafen im Jemen: Regierung rückt weiter vor

© Bild: APA/AFP/NABIL HASSAN / NABIL HASSAN

Von Saudis gestützte Regierung fährt Offensive auf Hafen, von dem ein großer Teil der humanitären Hilfe koordiniert wird.

Im Kampf um die wichtige Hafenstadt Al-Hudaydah im Bürgerkriegsland Jemen machen Truppen der international anerkannten Regierung eigenen Angaben zufolge weiter Fortschritte. Unterstützt von Luftangriffen einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition rückten die Einheiten am Sonntag in das Gebiet Al-Hussaiyna weniger als 20 Kilometer von Al-Hudaydah entfernt vor, berichteten Regierungskreise.

Nach heftigen Kämpfen mit den Houthi-Rebellen sei auch eine Überlandstraße von Al-Hudaydah in die Stadt Tais unterbrochen worden.

Der Seehafen von Al-Hudaydah steht unter Kontrolle der Houthi-Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Sie werden von der Regierung bekämpft, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie weiteren Verbündeten militärisch unterstützt wird. Die Regierungstruppen hatten im Oktober zusammen mit ihnen eine großangelegte Militäroffensive auf den Seehafen gestartet.

Der UNO-Vermittler für das Bürgerkriegsland Jemen, Martin Griffith, äußerte sich am Mittwoch besorgt über die Kämpfe. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge mussten Zehntausende Menschen wegen der Gewalt fliehen. Über den Hafen laufen 70 Prozent der humanitären Hilfe für die von den Houthis kontrollierten Gebiete.

Sollte der Zugang in das Land über Al-Hudaydah unmöglich werden, droht dem Norden der komplette Kollaps. Die Situation im Jemen ist ohnehin schon verheerend: Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Katastrophe der Gegenwart.

(Alternative Schreibweisen: Hodeida, Hodeidah, Hudaida)

( Agenturen ) Erstellt am 10.06.2018