Juncker fordert europäische Armee
Neuer Vorstoß.Angesichts der Spannungen mit Russland hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gegenüber der Welt am Sonntag für die seit Langem diskutierte Gründung einer gemeinsamen europäischen Armee ausgesprochen. Sein Argument: "Eine europäische Armee hat man nicht, um sie sofort einzusetzen. Aber eine gemeinsame Armee der Europäer würde Russland den Eindruck vermitteln, dass wir es ernst meinen mit der Verteidigung der Werte der Europäischen Union." Sie solle aber keine Konkurrenz zur NATO sein, sagte Juncker.
Verteidigungsminister Klug stellte auf KURIER-Anfrage klar, dass Österreichs Beteiligung an einer europäischen Armee aufgrund der Neutralität nicht denkbar sei. Er spricht sich aber für "ein Europa der verzahnten Armeen" aus: mit einem hohen Maß an Zusammenarbeit, gemeinsamen Ausbildungen, Übungen, Manövern und gemeinsamen Friedensmissionen. Zudem gibt es bereits die Euro-Battle-Groups, in denen einzelne Truppenteile verschiedener europäischer Länder – auch aus Österreich – jeweils für ein halbes Jahr formiert und einsatzbereit sind. Doch bisher wurden sie noch nie in einen Einsatz geschickt, erinnert Klug. Er wäre dafür, diese für eine Friedensmission zu nutzen.
Die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen hält eine europäische Armee für eine Zukunftsvision, die vielleicht ihre Enkelkinder einmal erleben werden.
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