© rts

Politik Ausland
12/05/2011

Jemen: Neue Gewalt nach Salehs Rückkehr

Mehr als 40 Menschen kamen bei Unruhen in der Hauptstadt Sanaa ums Leben. Präsident Saleh denkt nicht an Rücktritt.

Nach der Rückkehr des langjährigen Staatschefs Ali Abdallah Saleh ist die jemenitische Hauptstadt Sanaa auch am Samstag von schweren Gefechten zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten erschüttert worden. Nach Angaben des Protestkomitees, einer Plattform von Präsidentengegnern, starben mehr als 40 Menschen bei Zusammenstößen in verschiedenen Vierteln von Sanaa. Hunderte weitere Menschen seien verletzt worden.

Eine Korrespondentin der New York Times in Sanaa sagte der britischen BBC am Telefon, loyale Truppen des Präsidenten hätten versucht, den von den Demonstranten besetzten Platz im Zentrum von Sanaa zu stürmen. Dabei hätten sie Mörsergranaten und Heckenschützen eingesetzt.

Saleh war am Freitag nach mehr als dreimonatiger Abwesenheit überraschend nach Sanaa zurückgekehrt. Der seit 1978 regierende Staatschef war Anfang Juni bei einem Bombenangriff auf den Präsidentenpalast verletzt und dann zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien gebracht worden. In den Tagen zuvor war der Machtkampf mit der Opposition und Stammesführern eskaliert. Seit Jänner fordert die Protestbewegung den Rücktritt Salehs. Die USA befürchten, dass Al-Kaida-nahe Gruppen das politische Vakuum ausnutzen könnten. In der eigenen Bevölkerung wurde Saleh scharf kritisiert, weil seine Regierung den Kampf gegen das Terrornetzwerk immer mehr den USA überlassen hatte.

Saleh schließt Rückttitt aus

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, erklärte am Freitag in Washington, die USA wollten, dass sich der Jemen auf der Basis eines Vorschlags des Golf-Kooperationsrates (GCC) auf einen friedlichen Machtwechsel hinbewege. Demnach würde Saleh und dessen Familie Straffreiheit garantiert, was die Opposition ablehnt. Saleh hatte allerdings gleich nach seiner Ankunft in Sanaa klargemacht, dass er nicht an einen Rücktritt denkt. Stattdessen bot er der Opposition Verhandlungen an.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Bilder

  • Hintergrund

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.