Der Highway 443 zwischen Tel Aviv und dem Westjordanland ist umstrittenes Gebiet.

© APA/AFP/AHMAD GHARABLI

Naher Osten
06/21/2016

Israelische Soldaten erschossen Steinewerfer

Armee zerstört zudem Haus von Messerattentäter in Westjordanland.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen 20-jährigen Palästinenser erschossen, der an einer Straße Steine auf vorbeifahrende Autos geworfen hatte. Ein weiterer palästinensischer Steinewerfer sei durch die Schüsse in der Nacht auf Dienstag verletzt worden, teilten die Streitkräfte mit.

Vor unmittelbarer Gefahr schützen

Die Soldaten hätten ihre Waffen eingesetzt, um die Fahrzeuge auf der Straße "vor einer unmittelbaren Gefahr zu schützen".

Der Vorfall ereignete sich auf dem Highway 443, der Tel Aviv mit Jerusalem verbindet und dabei zum Teil auch das Territorium des palästinensischen Westjordanlands durchschneidet. Die Straße wird hauptsächlich von Israelis benutzt, Palästinenser sehen sie als Teil einer illegalen Landnahme.

Steine und Moltow-Cocktails

Nach israelischen Armeeangaben waren der Getötete und der Verletzte Teil eine Gruppe von Palästinensern, die vorbeifahrende Autos in der Nähe des Dorfs Beit Sira mit Steinen und Molotow-Cocktails bewarfen. Nach israelischen Medienberichten wurden mehrere Autos von schweren Steinen und Flaschen getroffen. Zwei Fahrer seien durch Splitter einer zerborstenen Windschutzscheibe leicht verletzt worden.

Die israelische Armee teilte zudem mit, dass sie das Haus eines palästinensischen Attentäters in der Nacht habe zerstören lassen. Das Haus des Mannes, der bei einer Messerattacke in Tel Aviv im März einen US-Touristen getötet und mehrere Israelis verletzt hatte, sei "in Einklang mit den Anordnungen der Regierung" eingerissen worden.

Mit der Zerstörung von Häusern wollen die israelischen Behörden potenzielle Attentäter abschrecken. Die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen wird aber im In- und Ausland angezweifelt.

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