Politik | Ausland 29.01.2015

Spanien: Israel für Tod des UN-Soldaten verantwortlich

UNO-Soldaten im Libanon © Bild: APA/EPA/STR

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon rief zu Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Spanien hat Israel für den Tod eines spanischen UNO-Soldaten bei Gefechten im Grenzgebiet zum Libanon verantwortlich gemacht. Der Blauhelm-Soldat sei aufgrund der "Eskalation der Gewalt" in der Region gestorben, und "die israelische Seite" sei dafür verantwortlich, sagte Spaniens UNO-Botschafter Roman Oyarzun am Mittwoch vor Journalisten am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Er habe während des Dringlichkeitstreffens zu dem Vorfall eine Untersuchung gefordert, fügte der Diplomat hinzu.

Bei einem Angriff von Hisbollah-Kämpfern waren am Mittwoch zwei israelische Soldaten getötet worden. Israel reagierte mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf Ziele im Südlibanon. Bei den Gefechten kam auch der in der Gegend stationierte UNO-Soldat aus Spanien ums Leben. Der Gefreite gehörte zur "United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL), die trotz ihres Namens seit 37 Jahren an der Grenze steht. Auch 172 Soldaten des Bundesheeres verstärken die internationale UNIFIL-Truppe. Der israelische Rundfunk sprach nach den Vorfällen von den schlimmsten Gefechten seit knapp zehn Jahren.

UNO-Generalsekretär Ban mahnte zu Zurückhaltung

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den Tod des spanischen Blauhelm-Soldaten, äußerte sich aber nicht zur Verantwortung dafür. Generalsekretär Ban Ki-moon rief seinerseits zur größtmöglichen Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern. "Alle Parteien sollten von jeder Handlung Abstand nehmen, die die Stabilität in der Region untergraben könnte", sagte Ban am Mittwoch (Ortszeit) in New York. Das Dringlichkeitstreffen hatte Frankreich einberufen.

Jeder solle verantwortungsvoll handeln und jede Eskalation in der ohnehin gespannten Situation vermeiden. Er sei tief besorgt über die Verletzungen der Waffenstillstandsabkommen, sagte Ban.

USA: "Israels legitimes Recht auf Selbstverteidigung"

Die USA betonten nach dem Hisbollah-Angriff "Israels legitimes Recht auf Selbstverteidigung". Zugleich verurteilte das Außenministerium in Washington den Beschuss, bei dem zwei israelische Soldaten starben. Sprecherin Jen Psaki rief alle Konfliktparteien zur Besonnenheit auf.

Die israelischen Streitkräfte sind nach einem Luftangriff auf der syrischen Seite der nördlichen Golanhöhen in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei dem Angriff, der Israel zugeschrieben wird, waren am 18. Jänner ein iranischer General und mindestens sechs Hisbollah-Kämpfer getötet worden. Der Iran drohte Israel mit "verheerenden Blitzschlägen". Auch die Hisbollah kündigte anschließend Vergeltung an.

Erstellt am 29.01.2015