Politik | Ausland
26.06.2018

Israel knüpft Gaza-Lage an Freilassung von Israelis

Menschenrechtsorganisationen warnen, die Lebensumstände der rund zwei Millionen Einwohner im Gazastreifen seien unerträglich.

Israel knüpft eine Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen an die Freilassung zweier dort festgehaltener Israelis sowie die Rückführung der Leichen zweier Soldaten. Dies teilte das israelische Verteidigungsministerium am Dienstag mit.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman setze sich gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft für Initiativen zur Veränderung der Situation im Gazastreifen ein, hieß es zugleich.

Israelische Medien hatten berichtet, Lieberman habe grundsätzlich dem Bau eines schwimmenden Hafens für den Gazastreifen vor der Küste von Zypern zugestimmt. Dort sollten Güter für Gaza ankommen, von Israel überprüft und dann mit einer Fähre zum Gazastreifen transportiert werden.

Die israelische Zeitung Jediot Achronot berichtete außerdem am Dienstag, Israel habe dem Bau einer Solaranlage an der Grenze zum Gazastreifen zugestimmt, diese solle Strom in das Palästinensergebiet liefern. Die Einrichtung werde von Privatleuten aus Israel und dem Ausland finanziert. Das Thema sei beim jüngsten Besuch des US-Gesandten Jared Kushner in der Region besprochen worden.

Blockade seit mehr als zehn Jahren

Israel hat vor mehr als zehn Jahren aus Sicherheitsgründen eine Blockade über das Küstengebiet verhängt - diese wird inzwischen auch von Ägypten mitgetragen. Menschenrechtsorganisationen warnen immer wieder, die Lebensumstände der rund zwei Millionen Einwohner im Gazastreifen seien unerträglich. Sie litten unter massiven Stromausfällen, verdrecktem Grundwasser und hoher Arbeitslosigkeit.

Die dort herrschende Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hält zwei Israelis fest, die auf eigene Faust die Gaza-Grenze überquert hatten. Außerdem will die Hamas die Leichen zweier israelischer Soldaten, die 2014 im Krieg getötet wurden, gegen palästinensische Gefangene austauschen.