Politik | Ausland
21.05.2018

IS zieht offenbar aus letzter Bastion bei Damaskus ab

Jihadisten stimmten laut "Beobachtungsstelle" einem Abzug aus Yarmouk und Tadamun zu. Bisher keine Bestätigung der Regierung.

Unter dem Druck der syrischen Armee hat die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) offenbar mit dem Rückzug aus ihren letzten Bastionen im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus begonnen. Wie die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mitteilte, zog in der Nacht auf Montag eine zweite Gruppe von IS-Kämpfern aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk und dem Viertel Tadamun ab.

Demnach hatte am Sonntag bereits eine erste Gruppe die beiden Viertel in Richtung einer IS-Wüstenenklave im Osten Syriens verlassen. Laut der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, die nach eigenen Angaben ihre Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht, hat sich die IS-Miliz in Verhandlungen mit der Regierung auf eine Waffenruhe und den Abzug ihrer Kämpfer geeinigt. Vonseiten der Regierung wurde dies nicht bestätigt.

Ein Militärvertreter sagte aber der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, dass eine Waffenruhe bis Montagmittag vereinbart worden sei, um Frauen und Kinder aus den umkämpften Vierteln in Sicherheit zu bringen. Die Regierungstruppen hatten am 19. April eine Offensive auf die letzten IS-Bastionen in Damaskus gestartet. Seitdem wurden laut der Beobachtungsstelle 250 Regierungskämpfer, 233 Jihadisten und 60 Zivilisten getötet.

Laut den - für Medien nur schwer überprüfbaren - Angaben der als oppositionsnah geltenden Organisation kontrolliert die IS-Miliz inzwischen nur noch drei Prozent des syrischen Territoriums, darunter drei Dörfer an der irakischen Grenze. Ihren Angaben zufolge startete die kurdisch-arabische SDF-Allianz am Sonntag mit Unterstützung französischer und US-Streitkräfte eine "finale" Offensive auf diese letzte IS-Bastion östlich des Euphrat.