Politik | Ausland
20.03.2018

IS erobert Viertel südlich von Damaskus - 36 Tote

Als Territorialmacht ist der IS quasi geschlagen. Der Angriff vom Dienstag zeigt aber, dass mit der Terrormiliz noch zu rechnen ist.

Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben ein Gebiet bei der syrischen Hauptstadt Damaskus mit einem Überraschungsangriff erobert. Bei dem Sturm auf das Viertel Kashkoul wurden in der Nacht auf Dienstag der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge 36 Regierungskämpfer getötet.

40 Menschen seien zudem verletzt worden, sagte der Direktor eines örtlichen Krankenhauses. Die Armee hat den Rebellen wiederholt vorgeworfen, Zivilisten in der Hauptstadt unter Beschuss zu nehmen. Die Rebellen bestreiten dies. Bei dem Angriff am Dienstag handelt es sich um einen der schwersten auf Damaskus, das von den Kräften von Präsident Bashar al-Assad kontrolliert wird. Die Hauptstadt gilt eigentlich als relativ gut gesichert.

In der von Rebellen noch gehaltenen Stadt Douma (Duma) in Ost-Ghouta starben nach Angaben von Rettungskräften unterdessen bei dutzenden Angriffen syrischer und russischer Kampfflugzeuge über 56 Menschen innerhalb von 24 Stunden. Die Flugzeuge hätten Napalm und Brandbomben auf weit von der Front entfernte zivile Ziele abgeworfen, um offenbar Zivilisten in die Flucht zu treiben, berichteten Retter und Bewohner.

So gut wie geschlagen

Der IS, der noch vor wenigen Monaten große Teile in Syrien und dem Irak kontrolliert hatte, ist dort als Territorialmacht so gut wie geschlagen. Allerdings sind die Extremisten nicht als Terrorgruppe besiegt. In den beiden Ländern befinden sich zahlreiche Zellen des IS, die noch immer Anschläge und Angriffe ausführen können.

Mindestens 29 Menschen kamen unterdessen in einem östlichen Vorort von Damaskus ums Leben, als Rebellen eine Rakete auf einen "Volksmarsch" schossen, wie das staatliche syrische Fernsehen berichtete. In einer Einblendung machte das Fernsehen "Terrorgruppen" für den Beschuss im Vorort Jaramana verantwortlich.