Politik | Ausland
03.10.2018

Irische Datenschutzbehörde leitet Untersuchung gegen Facebook ein

Strafe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro droht.

Die irische Datenschutzbehörde DPC nimmt nach dem massivem Hackerangriff auf Facebook Ermittlungen gegen das soziale Netzwerk auf. Die Behörde teilte am Mittwoch mit, dass sich die Nachforschungen insbesondere darauf konzentrierten, ob sich Facebook an die vor kurzem verschärften Datenvorschriften gehalten habe.

Nach dem jüngsten Hackerangriff auf Facebook, von dem mindestens 50 Millionen Nutzer betroffen waren, droht dem Netzwerk nun im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung eine Strafe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro. Facebook hat seine Europa-Zentrale in Irland.

Nach dem jüngsten Datendiebstahl bei Facebook haben Hacker Untersuchungen des Konzerns zufolge die Login-Daten der Kunden nicht für den Zugang zu anderen Webseiten benutzt. "Wir haben keine Hinweise darauf gefunden, dass sich die Hacker mit Hilfe des Facebook-Logins Zugang zu anderen Apps verschafft haben", erklärte der für die Sicherheit bei Facebook zuständige Manager Guy Rosen am Dienstag.

Immer mehr Nutzer greifen auf die Möglichkeit zurück, sich mit ihrer Facebook-Identität bei Apps oder Online-Verkaufsplattformen zu registrieren und sich so langwierige Einlogg-Prozeduren mit separatem Passwort zu ersparen. Bei dem von Facebook vergangene Woche bekannt gegebenen Angriff war befürchtet worden, die Hacker hätten über diese sogenannten Single-Sign-Ons (SSO) auch Zugriff auf weitere Apps und Webseiten gehabt.

Der Angriff kommt zu einer ungünstigen Zeit für das Online-Netzwerk. Der größere Datenskandal, bei dem die britische Firma Cambridge Analytica die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern mutmaßlich missbraucht hat, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.