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Politik | Ausland
01/13/2019

Iran will hochangereicherten Atombrennstoff herstellen

Laut Wiener Atomabkommen von 2015 darf der Iran nur begrenzt bis 4,5 Prozent anreichern.

Der Iran arbeitet an einer neuen Technologie für die Herstellung von hochangereichertem Atombrennstoff. Dieser solle einen Anreicherungsgrad von 20 Prozent haben und im Atomreaktor in Teheran sowie ähnlichen Anlagen für medizinische Zwecke eingesetzt werden, teilte Vizepräsident Ali-Akbar Salehi am Sonntag mit.

Es ist unklar, ob diese neuen Forschungsarbeiten auch mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien abgesprochen wurden. Laut Wiener Atomabkommen von 2015 darf der Iran nur begrenzt bis 4,5 Prozent anreichern. Mit dem Atomdeal soll ausgeschlossen werden, dass der Iran eine Atombombe baut.

Drohungen aus Teheran

US-Präsident Donald Trump hatte das Atomabkommen im Mai 2018 im Alleingang aufgekündigt und Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Als Folge hat die Führung in Teheran bereits mehrmals damit gedroht, das Wiener Atomabkommen zu kündigen und eine unbegrenzte Urananreicherung wieder aufzunehmen, falls die Sanktionen nicht aufgehoben werden.

Für den Betrieb eines Atomkraftwerks ist ein Anreicherungsgrad von 4 bis 5 Prozent ausreichend. Zur Produktion einer Atombombe ist eine Anreicherung von Uran auf rund 90 Prozent erforderlich. Natürliches Uran hat nur einen Gehalt von spaltbarem U-235 von 0,7 Prozent. Der Anteil wird erhöht, indem das vorher in einer gasförmigen Verbindung gebundene Element in Zentrifugen in Überschallgeschwindigkeit in Rotation versetzt wird.