Politik | Ausland
09.07.2018

Iran will 300 Millionen in bar nach Teheran fliegen lassen

(Symbolbild) © Bild: REUTERS/LEONHARD FOEGER

Das Geld soll von Deutschland aus ausgeflogen werden, deutsche Regierung vor heikler Entscheidung.

Deutschland lässt die geplante Abhebung von mehreren Hundert Millionen Euro von iranischen Konten in Deutschland prüfen. "Diese Prüfungen laufen entsprechend der ganz klaren Vorgaben ab", sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Montag in Berlin. Sie griffen, wenn es um Transaktionen gehe, die mit Blick auf Geldwäsche und Terrorfinanzierungen mit besonderen Risiken behaftet seien.

Damit seien die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) und die Zentralstelle für Transaktionsuntersuchung (FIU) beauftragt. Ein Sprecher des Außenministeriums ergänzte: "Natürlich ist klar, dass Teil der Prüfung der Bundesregierung auch ist, ob möglicherweise Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen."

Der Fall ist heikel, weil sich die USA nicht mehr an das Atom-Abkommen mit dem Iran gebunden sehen und die Sanktionen wieder verschärfen. Die übrigen Partner im Abkommen, darunter Deutschland, stehen nach wie vor hinter den Verträgen.

Bericht in der Bild-Zeitung

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge will der Iran Guthaben bei der Europäisch-iranischen Handelsbank (eihbank) in Höhe von 300 Millionen Euro in bar abheben und in den Iran bringen. Laut "Bild" wolle der Iran damit Staatsbürger ausstatten, die etwa wegen der US-Sanktionen bei Auslandsreisen nicht auf Kreditkarten zurückgreifen könnten. Es wird zudem befürchtet, dass mit dem Geld etwa Milizen im syrischen Bürgerkrieg versorgt werden könnten.

Westliche und damit auch deutsche Firmen fürchten, bei Geschäften mit dem Iran selbst ins Visier der USA zu geraten. Die französische Reederei CMA CGM hatte daher am Wochenende angekündigt, sich aus dem Iran-Geschäft komplett zurückzuziehen.