Politik | Ausland
04.08.2018

Iran: Demonstranten attackieren Religionsschule

Die Protestierenden hätten mit Steinen Fensterscheiben des Gebetsaals zertrümmert und Slogans gegen das Regime skandiert.

Einige Hundert Demonstranten haben Freitagabend eine Religionsschule in der iranischen Provinz Karaj nahe der Hauptstadt Teheran angegriffen. Das berichtete die den Konservativen nahestehende Nachrichtenagentur FARS.

Rund 500 Demonstranten hätten versucht, die Türen des Schulgebäudes in der Stadt Ishtehad einzutreten und Gegenstände in Brand zu setzen, erklärte der Direktor der Schule, Hojateslam Hindian, gegenüber FARS.

Die Protestierenden hätten zudem mit Steinen sämtliche Fensterscheiben des Gebetsaals zertrümmert und Slogans gegen das Regime skandiert. Die Polizei habe schließlich die Demonstranten zerstreuen und einige von ihnen festnehmen können, fügte Hindian hinzu.

"Sporadische Demonstrationen"

Ausländischen Medien ist es untersagt, über "nicht genehmigte" Kundgebungen zu berichten.

In den vergangenen Tagen habe es "sporadische Demonstrationen" mit einigen Hundert Teilnehmern in verschiedenen iranischen Städten gegeben, etwa in Shiraz, Ahvadz Mashhad und Karaj, meldeten am Donnerstag iranische Medien.

In in sozialen Netzwerken verbreiteten Videos, deren Herkunft nicht klar war, waren zudem Demonstrationen in touristischen Städten wie Isfahan, aber auch in Teheran zu sehen. Viele Iraner sind wegen der von den USA angedrohten neuerlichen Sanktionen besorgt, die die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschlimmern könnten.

Die USA haben sich aus dem 2015 geschlossenen Wiener Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen und angekündigt, "maximalen Druck" auf den Iran mittels neuer Sanktionen auszuüben, die ab 7. August und im November in Kraft treten sollen.