Politik | Ausland
21.03.2018

Irakische Regierung warnt Türkei vor Einmarsch

Der Außenminister ruft die türkische Armee zum Truppenabzug aus dem Kurdengebiet auf.

Der Irak hat die Türkei vor einem Einmarsch ihrer Truppen in sein Staatsgebiet gewarnt. Der Irak werde auf seinem Boden keine Präsenz irgendwelcher Kräfte zulassen, die Militäroperationen ausführten, sagte der irakische Außenminister Ibrahim al-Jafari am Mittwoch in Bagdad.

Dort traf er den türkischen Vize-Außenminister Ahmet Yildiz. "Wir lehnen die Verletzung der irakischen Grenze durch türkische Kräfte entschieden ab", sagte Jafari weiter.

Nach der Einnahme der nordwestsyrischen Stadt Afrin hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit einer Ausweitung der Offensive bis in den Nordirak gedroht. Dort werde man die "Terrorcamps" der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans ( PKK) "wenn nötig anhaltend unter Kontrolle bringen". Die PKK hat in den Kandil-Bergen im Nordirak ihr Hauptquartier und auch im dortigen Sinjar-Gebirge Stellungen. "Wir würden sofort eines Nachts urplötzlich in Sinjar einmarschieren und es von der PKK säubern", sagte Erdogan.

Jafari rief die Türkei zudem erneut auf, ihre im nordirakischen Autonomen Kurdengebiet stationierten Truppen abzuziehen. Bagdad und Ankara streiten sich seit langem um eine türkische Militärbasis in Bashiqa. Die türkischen Soldaten bildeten dort in der Vergangenheit lokale sunnitische Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus und unterstützen auch kurdische Peschmerga-Kämpfer.