Kabul: Tödlicher Anschlag nahe US-Botschaft
Bei einem Bombenanschlag nahe der US-Botschaft in der afghanische Hauptstadt Kabul sind nach Angaben der Koalitionstruppen vier ausländische Soldaten getötet worden. Der Anschlag hatte sich am Dienstag in der Früh ereignet. Eine heftige Explosion erschütterte die Stadt und eine große Rauchwolke stieg auf. Die Detonation zerriss mehrere Autos, in der US-Botschaft ertönte Sirenenalarm.
Im Mitteilungsdienst Twitter bekannten sich die radikalislamischen Taliban zum Attentat. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einen Konvoi gelenkt, der zum Flughafen unterwegs war, teilten die afghanischen Sicherheitsbehörden mit. Demnach wurden bei dem Anschlag zwei Militärfahrzeuge und 17 weitere Fahrzeuge beschädigt. Mindestens 13 afghanische Zivilisten seien verletzt worden.
Durchbruch bei Streit um Präsidentschaft
Zuvor haben sich die Kontrahenten Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani im Streit um den Posten des afghanischen Präsidenten nach offiziellen Angaben auf einen Kompromiss verständigt. "Das ist ein Durchbruch, glücklicherweise gibt es Fortschritte", sagte am Montag Aymal Faizi, der Sprecher des scheidenden Präsidenten Hamid Karzai.
"Sie werden bald alle Punkte zu Papier bringen und dieses im Beisein des Präsidenten und anderer prominenter Afghanen unterschreiben", so Faisi weiter. Die Stichwahl um das Präsidentenamt hatte bereits Mitte Juni stattgefunden. Über das Ergebnis gibt es jedoch Streit zwischen dem erstplatzierten früheren Finanzminister Ghani und seinem Konkurrenten, dem ehemaligen Außenminister Abdullah, der schwere Betrugsvorwürfe erhebt. Die Stimmen der Stichwahl wurden inzwischen komplett neu ausgezählt, das Resultat wurde aber noch nicht bekannt gegeben.
Karzai: "Keine weiteren Streitpunkte"
US-Außenminister John Kerry hatte zwischen den Rivalen vermittelt und sich mit diesen auf die Bildung einer Einheitsregierung verständigt. Deren Bildung ließ aber bisher auf sich warten. Karzais Sprecher wollte am Montag keine Details nennen. "So weit wir wissen, gibt es keine weiteren Streitpunkte", sagte Faizi.
Aus beiden Lagern hatte es zuletzt geheißen, eine Einigung hänge von der Ausgestaltung eines neu geschaffenen Regierungspostens ab, über dessen Besetzung der Wahlverlierer entscheiden soll. Der Sprecher von Ghani sagte AFP, er hoffe auf eine Bekanntgabe der Vereinbarung noch am Dienstag.
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