Hongkong: Festnahmen nach Schiffsunglück

Ein teilweise gesunkenes Schiff namens „Lamma IV“ bei Nacht, mit Rettungskräften in der Nähe.
Ein Zusammenstoß zweier Schiffe vor Hongkongs Küste fordert 36 Menschenleben. Sechs Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

Erste Festnahmen im Zuge des Schiffsunglücks in Hongkong. Beim Zusammenstoß einer Fähre mit einem anderen Passagierschiff kamen nach Angaben der Feuerwehr mindestens 37 Menschen ums Leben. Die Polizei nahm in der Folge sechs Besatzungsmitglieder der beiden beteiligten Schiffe fest.

Den Verdächtigen werde Gefährdung des Lebens anderer vorgeworfen, sagte Hongkongs Sicherheitsminister Lai Tung Kwok am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Polizeichef Tsang Wai Hung schloss weitere Festnahmen nicht aus. 

Nach einem Bericht des örtlichen Fernsehsenders RTHK wollten die Insassen des Passagierschiffs am Montagabend vom Wasser aus das Hafen-Feuerwerk zum Nationalfeiertag sehen, als ihr Boot vor der Insel Lamma mit einer Fähre kollidierte. Die Ursache war zunächst unklar.

An Bord des Passagierschiffs waren nach Behördenangaben mehr als 120 Menschen. Nach dem Zusammenstoß drang Wasser in das Boot, es sank innerhalb kürzester Zeit. Mit Rettungsbooten, Hubschraubern und Tauchern suchten die Bergungsdienste nach Überlebenden. 17 Insassen konnten nur noch tot geborgen werden, acht weitere starben auf dem Weg ins Krankenhaus, teilte die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) mit.

Dutzende Passagiere seien verletzt worden. Die Suche ging demnach weiter, es könnten noch Menschen im Bootsinneren eingeschlossen sein. Unter den Opfern waren laut dem Sender RTHK auch Kinder.

Ein führender Vertreter des Stromversorgers Hongkong Electric bestätigte Informationen des Senders, wonach sein Unternehmen das Schiff für das Feuerwerk gemietet hatte. "Der 1. Oktober ist ein sehr fröhlicher Feiertag, doch nun wurde er zur Tragödie", sagte er vor Journalisten.

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