Politik Ausland
10/16/2019

Höhenrausch: Kim Jong-un erklimmt auf weißem Pferd Vulkan

Nordkoreas höchster Führer zeigte seine Reitkünste, indem er auf einem Schimmel den Berg Paektu bezwang.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat propagandawirksam auf dem Rücken eines weißen Pferds auf dem höchsten Berg der koreanischen Halbinsel für Fotos posiert. Kim habe den Berg Paektu erklommen, „auf einem weißen Pferd durch den ersten Schnee reitend“, hieß am Mittwoch in den Staatsmedien zu den „Aktivitäten Kim Jong-uns“.

Wer reitet so rasch durch Frost und Taifun?

Es ist der Führer, Kim Jong un...

Er hat den Gaul gar fest im Arm...

Sein dicker Mantel hält ihn warm.

Der 2.750 Meter hohe Vulkan wird von Süd- wie Nordkoreanern als heiliger Berg verehrt. Im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt er darüber hinaus auch als Symbol der Herrscherfamilie. „Sein Marsch auf dem Pferderücken auf dem Paektu-Berg ist ein großes Ereignis von gewichtiger Bedeutung in der Geschichte der koreanischen Revolution“, hieß es weiter. Die Beamten, die ihn begleitet hätten, seien mit „überschäumenden Emotionen und Freude davon überzeugt, dass es ein großes Vorhaben geben wird, das die Welt verblüffen“ werde.

Wann die Aufnahmen, die Kim unter anderem auf dem Rücken des galoppierenden Pferds zeigen, entstanden, war unklar. Es ist nicht das erste Mal, dass Kim Fotos von sich auf dem Berg an der Grenze zu China machen ließ. In Südkorea wurde spekuliert, dass dem Ausflug zum Paektu, wie schon einige Male vorher, eine wichtige politische Entscheidung folgen könnte.

Die Kim-Dynastie ist bereits seit etwa 70 Jahren in dem verarmten, aber hochgerüsteten Staat an der Macht. Als Kim Jong-un Ende 2011 an die Macht gekommen war, hatte er dabei auch den Personenkult um seinen Großvater Kim Il-sung und dessen Sohn Kim Jong Il übernommen.