Politik | Ausland
27.06.2018

Historische Gespräche zwischen Äthiopien und Eritrea

Beide Seiten wollen sich für Ende des Grenzkonflikts einsetzen.

Im Bemühen um ein Ende des Grenzkonflikts mit Eritrea hat der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed am Dienstag eine ranghohe Delegation aus dem Nachbarland empfangen.

Nach einem Empfang auf dem roten Teppich und einem Abendessen im Nationalpalast in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba verwies Abiy in einer Rede auf die wirtschaftlichen Vorteile, die eine Annäherung zwischen beiden Ländern bringen würde.

"Wie Sie, empfinden wir in Asmara das Gleiche", antwortete der Präsidentenberater aus Eritrea, Yemane Gebreab, mit Blick auf Eritreas Hauptstadt. Yemane war gemeinsam mit dem ranghohen Diplomaten Osman Saleh nach Äthiopien gereist.

Der neue Regierungschef Abiy hatte im April in seiner Antrittsrede versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen. Anfang Juni kündigte er an, den Beschluss einer von der UNO unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 "vollständig" umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenem Gebiet zurückziehen.

Jahrzehntelanger Krieg endete mit Unabhängigkeit Eritreas

Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer.

Das Treffen vom Dienstag erfolgte nur drei Tage nach einer Granatenexplosion auf einer Großkundgebung Abiys in Addis Abeba, bei der es Tote und Verletzte gegeben hatte. Abiy machte Gegner seiner Reformvorhaben für die Tat verantwortlich.