Cameron rief Schotten zu Verbleib im Königreich auf

Die britische und die schottische Flagge wehen im Wind.
"Wir wollen, dass ihr bleibt" appellierte der britische Premier in seiner Neujahrsrede.

Der britische Premierminister David Cameron hat die Schotten zum Jahreswechsel aufgerufen, bei ihrem Volksentscheid über die Unabhängigkeit von Großbritannien im September mit Nein zu stimmen. "Wir wollen, dass ihr bleibt", sagte Cameron am Mittwoch in seiner Neujahransprache.

Bei dem Referendum gehe es nicht um die "kommenden paar Jahre", sondern um eine Abstimmung, die "unser Land für immer verändern" könne, erklärte er am Neujahrstag. Von England, Wales und Nordirland müsse die Botschaft an alle in Schottland ausgehen: "Gemeinsam können wir ein sogar noch stärkeres Vereinigtes Königreich aufbauen".

Für das neue Jahr sieht Cameron vor allem mit Blick auf den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes positive Signale. Jetzt werde man unter anderem weiter daran arbeiten, das Defizit zu reduzieren: "Dies ist ein entscheidendes Jahr für unsere Wirtschaft." ́

Salmond: "Verantwortung für die Gestaltung unserer eigenen Zukunft übernehmen"

Alex Salmond bei einer Sportveranstaltung mit einer Broschüre in der Hand.
Der Chef der schottischen Regionalregierung, Alex Salmond, forderte die Schotten in seiner Neujahrsbotschaft auf, 2014 zu dem Jahr zu machen, "in dem wir die Verantwortung für die Gestaltung unserer eigenen Zukunft übernehmen".

Salmond zeigt sich nach wie vor zuversichtlich, dass die Volksabstimmung am 18. September zugunsten einer Abspaltung vom Königreich ausgehen wird. Bisherige Umfragen bezeugten allerdings regelmäßig das Gegenteil.

Premier rühmt Londons Wirtschaftsmodell

In einem Beitrag für die Neujahrsausgabe der "Times" rühmte Cameron unterdessen die Verdienste seiner Wirtschaftspolitik. "2014 wird das Jahr sein, in dem wir anfangen werden, Großbritannien zur großen Erfolgsgeschichte nach der Rezession zu machen", schreibt Cameron. London werde die "großen Fehler" vermeiden, die zum Konjunkturrückgang geführt hätten: "mehr Kredite, mehr Ausgaben und mehr Schulden".

Wer an den "verheerenden Folgen" der von der Labour Party verfolgten Politik zweifele, solle sich diejenigen Länder anschauen, die sich daran orientierten. Obwohl Cameron weder Frankreich noch ein anderes Land in seinem Beitrag erwähnt, sieht die "Times" darin einen Angriff gegen den französischen Regierungschef François Hollande von der Sozialistischen Partei.

1997: Bei einem Referendum stimmt eine Mehrheit für ein schottisches Regionalparlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs.

1999: London überträgt weitere Rechte an das schottische Regionalparlament.

Mai 2007: Die linksliberale Schottische Nationalpartei SNP gewinnt die Wahlen und bildet eine Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Alex Salmond.

Februar 2010: Die Regierung stellt erste Weichen in Richtung Unabhängigkeit. Wähler sollen in einem Referendum zwischen neuen Rechten für das schottische Parlament oder der vollen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich entscheiden.

Jänner 2012: Salmond kündigt das Referendum für Herbst 2014 an. Der britische Schottland-Minister Michael Moore erklärt, die schottische Regionalregierung könne aus rechtlichen Gründen nicht im Alleingang zu einem Volksentscheid über die Unabhängigkeit aufrufen.

Mai 2012: Die maßgeblich von der SNP getragene schottische Unabhängigkeitsbewegung startet ihre Wahlkampagne "Yes Scotland". Die Regierung in London, die strikt gegen eine Abspaltung Schottlands ist, startet eine Gegenkampagne gestartet.

Oktober 2012: Der britische Premier David Cameron und Salmond unterzeichnen ein Abkommen, das der Regionalregierung die Befugnis gibt, eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit abzuhalten.

März 2013: Der Termin für das Referendum wird auf den 18. September 2014 festgelegt.

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