© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

griechenland
06/14/2015

Einigung auf Kompromiss wird zur Zitterpartie

Kapitalflucht aus Griechenland setzt sich fort. Gespräche abgebrochen

Das ganze Wochenende hindurch verhandelten Vertreter der internationalen Geldgeber und Griechenlands, um eine Annäherung im Schuldenstreit. Die EU-Kommission drängte auf einen Kompromiss möglichst noch vor Öffnung der Börsen am Montag. Doch daraus wurde nichts, am Sonntagabend wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen.

Es habe zwar einige Fortschritte, aber auch „signifikante Meinungsunterschiede gegeben“, teilte eine Kommissionssprecherin mit. Die Vorschläge der Griechen seien zudem unvollständig geblieben. Nun muss das für Donnerstag, 18. Juni, angesetzte Eurogruppen-Treffen einen Weg aus der Sackgasse finden. Knackpunkt sind insbesondere die geforderten Reformen bei den Renten und der Mehrwertsteuer.

Schon am Samstag wurde bis in die Nachtstunden hinein versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Die Zeit drängt. Gibt es keine Einigung, ist das Land mit Monatsende pleite. Am 30. Juni läuft das aktuelle Hilfsprogramm der EU aus und zugleich müssen 1,6 Mrd. Euro an den IWF zurückgezahlt werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich am Sonntagabend zuversichtlich, bis dahin noch eine Lösung zu finden.

Kapitalflucht

Die Kapitalflucht aus Griechenland hat inzwischen einen Punkt erreicht, der die Verhängung von Kapital-Verkehrskontrollen immer näherrücken lässt. Aus Angst vor einem „Grexit“ sollen allein vom 3. bis 5. Juni mehr als 1,2 Milliarden Euro von griechischen Konten abgehoben worden sein, berichten griechische Medien. Sie konstruieren bereits Szenarien, wonach die Bargeld-Ausgabe limitiert, Online-Banking gestoppt und bei Panik-Reaktionen Banken für einige Tage schließen könnten.

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