Politik | Ausland
23.03.2018

Giftaffäre: Britische Diplomaten verlassen Botschaft in Moskau

Drei Tage nach Abreise russischer Diplomaten aus London wird die Maßnahme auch umgekehrt umgesetzt.

Drei Tage nach der Ausweisung russischer Diplomaten aus London hat Großbritannien seinerseits 23 Botschaftsmitarbeiter aus Moskau abgezogen. Die Diplomaten und ihre Angehörigen verließen am Freitagmorgen die britische Vertretung in der russischen Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete.

Russland hatte die Ausweisung am Wochenende als Reaktion auf eine entsprechende Strafmaßnahme der britischen Regierung angeordnet. Hintergrund des diplomatischen Streits zwischen London und Moskau ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia. Die britische Regierung macht Moskau für das Attentat am 4. März in Salisbury südwestlich von London verantwortlich und verwies 23 russische Diplomaten des Landes. Russland bestreitet die Vorwürfe.

Die EU steht in dem Konflikt geschlossen an der Seite Großbritanniens. Der EU-Botschafter in Moskau wurde am Donnerstag zu Beratungen nach Brüssel zurückgerufen. Mehrere Mitgliedstaaten kündigten am Freitag an, eigene Strafmaßnahmen gegen Russland zu prüfen. Dabei dürfte es nach britischem Vorbild vor allem um die Ausweisung russischer Diplomaten gehen.