Teheran

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Politik | Ausland
07/08/2019

Geplanter Vertragsbruch: Iran reicherte Uran über 3,67 Prozent an

Wie angekündigt wurde gegen das Wiener Atomabkommen verstoßen. Der Iran will damit die Aufmerksamlkeit bestimmter Staaten auf sich ziehen. Trump droht indes.

Ein Vertragsbruch Schritt für Schritt: Der Iran hat wie angekündigt erneut gegen das Atomankommen verstoßen und nach eigenen Angaben Uran über den erlaubten Grad von 3,67 Prozent hinaus angereichert. Die Schwelle sei überschritten worden, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag der Nachrichtenagentur IRIB zufolge.

Am Sonntag hatte der Iran erklärt, man werde in Kürze damit beginnen, Uran über 3,67 Prozent hinaus anzureichern. Waffentaugliches Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert sein. Vor Abschluss des Abkommens 2015 hatte es der Iran bis auf 20 Prozent geschafft. Das Land hatte die Maßnahme bereits im Mai für die Zeit nach dem 7. Juli angekündigt. Außerdem hat der Iran vor kurzem die erlaubte Menge an niedrig angereichertem Uran überschritten.

Iran will europäische Staaten unter Druck setzen

Der Iran will mit der schrittweisen Aussetzung seiner Verpflichtungen aus dem Atomabkommen von 2015 vor allem die Unterzeichnerstaaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland dazu bewegen, ihre Zusagen einzuhalten und die iranische Öl- und Bankenbranche vor US-Sanktionen zu schützen. Die USA haben vor gut einem Jahr das Abkommen einseitig aufgekündigt.

US-Präsident Donald Trump hat den Iran indes davor gewarnt Uran über den erlaubten Grad hinaus weiter anzureichern. Mögliche Konsequenzen ließ er allerdings offen.