Generalstreik in Italien: Nichts geht mehr

Rote und blaue Ballons mit den Logos von CGIL und UIL bei einer Kundgebung in Rom.
"Cosi non va", heißt es in Italien. Die Arbeitsmarktreformen Matteo Renzis erzürnen die Bevölkerung.

Italien und Streik - ein Wortpaar, das irgendwie gut zusammenpasst. Matteo Renzi, seit zehn Monaten Premier des Landes, muss heute mit seinem ersten groß angelegten Ausstand fertigwerden. Am Donnerstagmorgen hat der achtstündige Generalstreik begonnen. Mit Problemen ist vor allem im Flug- und Bahnbereich, sowie im Nahverkehr zu rechnen.

Dem Streik ist ein heftiger Streit vorausgegangen. Eine von der italienischen Regierung beschlossene zwangsmäßige Arbeitseinberufung der Eisenbahner, um eine Lahmlegung des Bahnsystems abzuwenden - sie wurde nach heftigem Protest der Gewerkschaften allerdings wieder rückgängig gemacht. Die Arbeitnehmerverbände hatten argumentiert, dass die Regierung mit ihrem Verhalten, das in der Verfassung verankerte Streikrecht untergrabe.

"So geht es nicht"

Der achtstündige Streik unter dem Motto "So geht es nicht" betrifft alle Bereiche. Zudem sind Dutzende Demonstrationen in den großen Städten des Landes angekündigt. Die Gewerkschaften laufen seit Monaten gegen die ehrgeizigen Arbeitsmarktreformen der Mitte-Links Regierung Sturm, die eine deutliche Lockerung des Kündigungsschutzes vorsehen. Vor allem geht es bei der Reform um den Anspruch auf Wiedereinstellung bei ungerechtfertigten Entlassungen, die künftig auf eng umrissene Ausnahmefälle beschränkt bleiben wird.

Protestiert wird auch gegen die Ausgabenkürzungen, die das Kabinett im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2015 plant. Die Gewerkschaften fordern zudem eine Erhöhung der seit Jahren eingefroren Gehälter im öffentlichen Dienst sowie genügend Mittel für eine grundlegende Reform der öffentlichen Verwaltung.

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