Gehackte Mails: Assad trotz Kriegs im Luxus

Der "Guardian" hat 3000 gehackte Mails aus Syrien - sie belegen, dass Assad trotz Bürgerkriegs im Luxus schwelgt und sich vom Iran beraten lässt.

Syriens Präsident Bashar al-Assad stützt sich in der Herrschaft des Landes auf mehrere Verwandte. Einige haben einflussreiche Posten und gelten als Vertraute des Machthabers. Maher al-Assad (Mitte): Der jüngere Bruder des Präsidenten befehligt Eliteeinheiten der Armee. Er gilt als aufbrausend und skrupellos und soll bei der blutigen Niederschlagung der Proteste das Kommando führen. Assef Schakwat: Der Ehemann von Bushra al-Assad, der einzigen Schwester des Präsidenten, machte Karriere im Geheimdienst und war Vize-Kommandant der Armee. Nach EU-Angaben war er inzwischen stellvertretender Stabschef für Sicherheit und Aufklärung - der "Mann fürs Grobe" kam 2012 bei einem Anschlag der Rebellen ums Leben. Rami Makhluf: Der Cousin des Machthabers ist ein einflussreicher Geschäftsmann und einer der reichsten Männer Syriens. Er unterstützt das Regime finanziell. Hafis Makhluf: Der Cousin hat eine führende Position in der Geheimdienstzentrale in Damaskus inne. Ihm wird eine Beteiligung am gewaltsamen Vorgehen gegen Demonstranten vorgeworfen.
(Symbolbild) Dhu al-Himma Shalisch: Der Cousin leitet die Schutzeinheit des Präsidenten. Er soll sich am brutalen Vorgehen gegen die Demonstranten beteiligt haben.
(Symbolbild) Assads Anhänger demonstrieren für ihn auf der Straße - indes lebt sein Clan  im Luxus

Die britische Tageszeitung "The Guardian" verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 3000 gehackte E-Mails aus den Postfächern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad und seiner Frau. Nach einem am Mittwoch online erschienenen Artikel des "Guardian" geht aus dem digitalen Schriftverkehr hervor, wie der Diktator bei der Niederschlagung des Aufstandes agiere oder auch wie die "First Family" weiter im Luxus schwelge. Trotz genauester Prüfung habe sich die Authentizität der E-Mails nicht mit endgültiger Sicherheit verifizieren lassen, schreibt der "Guardian".

Die Schriftstücke sollen zeigen, dass Assad Rat im verbündeten Iran einholen ließ, wie er mit dem Aufstand in Syrien umgehen soll. Demnach habe einer der Ratschläge gelautet: Er solle eine "kraftvolle und brachiale" Ausdrucksweise benutzen und die Militärstärke des Landes durchblicken lassen, um eine Intervention von außen zu verhindern.

Designerwaren

Ferner gehe aus den Mails hervor, dass Assad detailliert über die Anwesenheit ausländischer Journalisten im Stadtteil Baba Amr in Homs informiert war. Im Februar waren zwei Journalisten aus den USA und Frankreich während der Angriffe der syrischen Armee auf Homs getötet worden.

Assads Frau Asma soll laut Mails Designerwaren wie Kerzenhalter, Tische und Kronleuchter für mehr als 12.000 Euro übers Internet aus Paris bestellt haben. Dies sei zu einer Zeit geschehen, als die Welt mit Schrecken auf die blutige Niederschlagung der Proteste blickte und viele Syrer unter Kürzungen der Lebensmittelrationen litten. Mehr als 9000 Menschen sollen dem seit einem Jahr andauernden Konflikt bisher zum Opfer gefallen sein.

Der E-Mail-Verkehr, der über Aktivisten in die Hände von Oppositionsanhängern gelangt sein soll, stamme laut "Guardian" aus der Zeit zwischen Juni 2011 und Anfang Februar 2012.

(apa / ep) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?